Gasprom will mit Ostseepipeline mehr Gas in Deutschland absetzen
In Deutschland steht Schröder in der Kritik, weil das Ostsee- Pipeline-Geschäft unter seiner Kanzlerschaft eingefädelt wurde und er nun den Posten des Aufsichtsratschefs in der neuen Nordeuropäischen Gas-Pipeline-Gesellschaft (NEGPC) antreten soll. Der Aufsichtsrat, dem insgesamt acht Vertreter angehören sollen, tagt am kommenden Mittwoch oder Donnerstag in Moskau das erste Mal.
Weitere Absatzmärkte für das westsibirische Erdgas, das ab 2010 durch die Ostseepipeline fließen soll, sieht Uschakow in Holland, Frankreich und Großbritannien und auch in Schweden. "Aber das wird noch besprochen."
Der weltweit größte Erdgasproduzent Gasprom, der in Russland das alleinige Exportrecht für Gas hat, will künftig auch im Ölgeschäft expandieren. Außerdem will der Moskauer Energieriese selber in Kraftwerken Energie nicht zur zum eigenen Verbrauch, sondern auch zum Verkauf erzeugen. Laut Uschakow hat Gasprom dabei sowohl den inländischen Markt als auch das Ausland im Blick. "Vielleicht machen wir mehrere Schritte. Zuerst verkaufen wir an große Betriebe, später auch an andere Abnehmer", umreißt er die Pläne. "Das Ziel ist es, 2012 erste Ergebnisse zu erwirtschaften", sagt Uschakow, der einer von acht stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ist. "Wir wollen eine der größten Energiegesellschaften werden. Wir haben alles, was wir dazu brauchen."
Gasprom hat nach eigenen Angaben derzeit 320 000 Mitarbeiter und verfügt über rund 150 000 Kilometer Gasleitungen. In Westsibirien befindet sich zudem eine der größten Erdgaslagerstätten der Welt. Seit dem Konflikt um Lieferbedingungen für die Ukraine zu Jahresbeginn, der darin mündete, dass Russland den Gashahn für die Nachbarn vorübergehend zudrehte, gibt es Befürchtungen, was die Zuverlässigkeit des Energieriesen anbelangt. Bei Gasprom heißt es hingegen unisono, selbst im Falle einer Havarie gebe es wegen des flexiblen Leitungsnetzes keine Engpässe.
Deutschland ist seit Jahrzehnten wichtigster Abnehmer für Erdgas aus Russland, bekommt aber auch größere Mengen aus Norwegen und den Niederlanden. Etwa 18 Prozent des Bedarfs kommen aus heimischen Quellen, etwa ein Drittel stammt aus russischen. Bislang kommt das russische Gas über zwei Pipelines nach Deutschland.
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