Gaspreise erhöhen sich zum 1. Oktober
Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, kritisierte die Gaspreise am Freitag als "jetzt schon viel zu hoch". Er riet, Erhöhungen zu widersprechen. Mehrere Gerichte hätten bereits zu Gunsten von Gas- und Strompreiskunden entschieden. Die Proteste hätten Wirkung gezeigt: "Sonst wären die Erhöhungen noch unverschämter ausgefallen." Anfang 2007 werden vielerorts auch die Strompreise steigen. Das haben Stromversorger angekündigt.
Tochterunternehmen des E.ON-Konzerns kündigten Preiserhöhungen zwischen 0,39 und 0,63 Cent pro Kilowattstunde (kWh) an: E.ON Avacon, E.ON Mitte, E.ON Westfalen Weser, E.ON Bayern und E.ON Edis. Damit wird Gas für die insgesamt 500 000 Kunden bis zu zehn Prozent teurer. E.ON Hanse und die E.ON Thüringer Energie AG wollen dagegen noch abwarten. E.ON Avacon - mit Gaskunden in Niedersachsen und Sachsen- Anhalt - verlangt von Haushaltskunden 0,58 Cent mehr. Für eine Familie, die Erdgas zum Kochen, für Warmwasser und zum Heizen ihres Einfamilienhauses nutzt und dabei jährlich 30 000 Kilowattstunden verbraucht, bedeutet das nach Unternehmensangaben monatliche Mehrausgaben von 14,50 Euro.
Auch RWE wird voraussichtlich die Preise erhöhen. "Es ist davon auszugehen, dass es zu Preisanpassungen kommt", sagte ein Sprecher von RWE Energy in Dortmund. Wann und in welcher Höhe dies geschehe, könne RWE noch nicht abschätzen. Mitgas in Gröbers (Sachsen-Anhalt) prüft Preiserhöhungen. Das Unternehmen versorgt 186 300 Kunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und 19 Stadtwerke.
Die Stadtwerke Rostock AG - mit 53 000 Kunden - hat sich bereits entschieden, Termin und Ausmaß der Preiserhöhungen sind aber unklar. "Auch an uns geht der Kelch nicht vorüber", sagte ein Sprecher. Die Stadtwerke Leipzig wollen wie die Stadtwerke Schwerin noch abwarten. Die Erdgas Südsachsen GmbH und der Dresdner Versorger ENSO Erdgas GmbH konnten von Erhöhungen nichts berichten - beide Unternehmen streiten vor Gericht mit Kunden über frühere Aufschläge. Der größte kommunale Gasversorger Deutschlands, die Gasag in Berlin mit 700 000 Kunden, plant "momentan keine Preiserhöhung". In einem nicht rechtskräftigen Urteil hatte das Landgericht Berlin im Juni eine Erhöhung zum 1. Oktober 2005 für unwirksam erklärt.
Der südhessische Energieversorger Entega - mit 100 000 Kunden in Südhessen und 60 000 Kunden in Mainz - hat derzeit keine Anhebung der Gaspreise geplant. Die Frankfurter Mainova will abwarten. Bei den Stadtwerken München hieß es zu einer möglichen Erhöhung: "Wir schauen schon seit Jahren, dass wir das so zeitnah wie möglich machen." Ein Sprecher der Saar Ferngas AG in Saarbrücken, die rund 50 Stadtwerke im Saarland und Rheinland-Pfalz beliefert, sagte: "Zum Oktober werden Preiserhöhungen unumgänglich sein." Die Stadtwerke könnten die Teuerung in unterschiedlicher Höhe an die Endverbraucher weitergeben.
Zum Beginn des neuen Gaswirtschaftsjahres am 1. Oktober sollten Privathaushalte wie Industriekunden den Anbieter wechseln können, aber bisher haben private Endkunden meist keine Alternative zu ihrem Regionalversorger. Vor diesem Winter wird sich Experten zufolge daran kaum etwas ändern, dafür reiche die Zeit nicht aus.
Der Bundesverban
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