Garchinger Reaktor läuft weiter mit atomwaffentauglichem Uran
München/Berlin - Der Forschungsreaktor FRM II in Garching bei München soll weiter mit atomwaffentauglichem Uran betrieben werden. Die Auflagen für eine Umrüstung auf niedrig angereichertes und damit waffenungeeignetes Uran können wegen technischer Probleme vorerst nicht eingehalten werden, wie der "Münchner Merkur" (Freitag) unter Berufung auf das Bundesforschungsministerium in Berlin berichtet.
Der atomare Forschungsreaktor sollte ursprünglich bis Ende 2010 auf niedrig angereichertes Uran umgerüstet werden. "Inzwischen steht fest, dass bis Ende nächsten Jahres ein neuer hochdichter Brennstoff niedriger Anreicherung nicht zur Verfügung stehen wird und deshalb auch eine Umrüstung des FRM II bis Ende 2010 nicht möglich sein wird", heißt es dem Blatt zufolge in einer Stellungnahme des Ministeriums. Ein Brennstoff, der die amtlichen Auflagen erfülle, werde voraussichtlich erst 2016 verfügbar sein. Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) und die bayerische Staatsregierung wollten nun die Frist für die Umrüstung entsprechend verlängern.
Der vor fast fünf Jahren in Betrieb genommene Forschungsreaktor der Technischen Universität München liefert Neutronen für die Wissenschaft. Nach jahrelangem Streit zwischen der CSU-Landesregierung und der rot-grünen Koalition in Berlin hatte das Bundesumweltministerium 2003 die Inbetriebnahme genehmigt unter der Auflage, den Reaktor bis spätestens 2010 umzurüsten.
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