Gabriel dämpft Hoffnung auf stark verlängerte Atommeiler-Laufzeiten
Wegen der montagebedingten Betriebspause hat RWE den Anspruch, bis zur Erzeugung der verbliebenen Reststrommengen am Netz zu bleiben - und damit gegebenenfalls auch bis nach der Bundestagswahl im Herbst 2009. Während RWE bisher noch keinen Termin für die Inbetriebnahme von Block A nennen will, hat das Unternehmen den jüngeren Block B gerade wieder ans Netz genommen. Das Unternehmen will, dass beide Blöcke erst 2011 abgeschaltet werden.
Gabriel hatte den Verlängerungsantrag für Biblis A in einem ersten Verfahren abgelehnt. Noch offen ist eine Entscheidung über den Antrag, Strommengen vom Atomkraftwerk Emsland auf Biblis A zu übertragen. Doch nicht nur RWE, sondern auch Vattenfall und EnBW hatten Klagen angedroht. Die EnBW will die Anlage Neckarwestheim über den Abschalttermin Ende 2008 rund acht Jahre länger laufen lassen und wirft dem Gabriel-Ressort vor, den Antrag zu verschleppen. Außerdem hatte Gabriel den Vattenfall-Antrag, Strommengen des stillgelegten Kraftwerks Mülheim-Kärlich auf den 30 Jahre alten Meiler Brunsbüttel zu übertragen, definitiv abgelehnt.
Zum Wiederanfahren der Atomanlage Biblis sagte der Umweltminister jetzt: "Was immer dort gemacht wird, die laufenden Schließungs- und Stilllegungsverfahren sind davon nicht betroffen." Verwaltung und Gerichte würden Anträge und Klagen "in den ganz normalen Fristen abarbeiten". Zum Zeitpunkt des Abschaltens sagte er, es könne dann sein, dass der "eben nicht im Juli oder Juni 2009 ist, sondern vielleicht im November nach der Bundestagswahl". Die Verfahren seien "nicht beeinflusst von der Frage, wann denn RWE meint, Biblis A wieder anfahren zu wollen".
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