Fukushima-Betreiber: Lage ist stabilisiert

Fukushima - Der japanische Atomkraft-Konzern Tepco ist der Ansicht, dass sich die Lage in der Atomruine von Fukushima fünf Jahre nach der Katastrophe "stabilisiert" hat. Die Bedingungen auf dem Gelände der Anlage seien "wirklich stabil", versicherte der Leiter des zerstörten AKW, Akira Ono, am Mittwoch bei einer Besichtigungstour für eine Gruppe ausländischer Journalisten. Die Arbeiten zur Stilllegung seien zu "rund zehn Prozent" bewältigt, sagte der Tepco-Manager.

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Bild: Uran Bild: ©lassedesignen/fotolia.com / Text: dpa

Die vollständige Stilllegung wird schätzungsweise noch 30 bis 40 Jahre dauern. Die größte Herausforderung sei die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe in den zerstörten Reaktoren, über deren Verbleib noch keine volle Klarheit herrsche, sagte Ono.

Gelände mit Betonschicht überzogen

Am 11. März 2011 hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein gewaltiger Tsunami den Nordosten Japans verwüstet und im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi einen Super-Gau verursacht. Fünf Jahre danach sind tagtäglich etwa 7000 Arbeitskräfte von Tepco sowie angeheuerten Vertragsunternehmen in der Atomruine im Einsatz. Ein Großteil der Trümmer ist zwar beseitigt und etwa 95 Prozent des Geländes der Atomruine mit einer Betonschicht überzogen, um zu verhindern, dass Regenwasser in den Boden dringt. 

Wohin mit dem verstrahlten Wasser?

Dennoch bestehen weiter große Herausforderungen, darunter die Bewältigung der gewaltigen Mengen verstrahlten Wassers. Täglich fließen Hunderte Tonnen Grundwasser auf das Gelände der Atomruine, ein Teil davon gelangt in die Untergeschosse der Reaktoren. Dort mischen sie sich mit Wasser, mit dem Tepco die Reaktoren kühlt. Ein Großteil des dadurch radioaktiv belasteten Wassers wird nach Durchlaufen eines Filtersystems in Wassertanks zwischengelagert - inzwischen 750 000 Tonnen. Die Kapazität liegt bei 850 000 Tonnen; Tepco will sie auf 950 000 Tonnen erhöhen. Der Platz für immer mehr Tanks sei aber beschränkt, räumte Ono ein. 

Barriere aus Eis soll helfen

Ein Eiswall aus gefrorenem Boden um die Reaktoren herum soll nun den ständigen Zufluss von Grundwasser stoppen. Die Installation sei am Vortag abgeschlossen worden, sagte Ono. 1500 Rohre ragen zu diesem Zweck ins Erdreich und wurden mit Kühlflüssigkeit gefüllt. Nun warte man auf die staatliche Genehmigung zur Inbetriebnahme. Man hoffe, dass dies zum März erfolge, sagte der Manager. Ein erneutes starkes Erdbeben und ein Tsunami stellten zwar ein Risiko dar, wobei die Wahrscheinlichkeit sehr gering sei, sagte Ono. Doch etwas ähnliches wie vor fünf Jahren werde nicht passieren, da die Energie im AKW inzwischen deutlich gesunken sei.

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