Freenet sieht derzeit keine Wachstumsperspektiven

dpa-AFX | 08.10.2009
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Hamburg - Der Mobilfunkbetreiber Freenet sieht sich derzeit seiner Wachstumsperspektiven im wettbewerbsintensiven Mobilfunkmarkt beraubt. "Wir haben uns dieses Jahr stark mit uns selbst beschäftigt", erklärte Freenets Vorstandschef Christoph Vilanek der "Financial Times Deutschland" (FTD/Donnerstag). Der Mobilfunkdienstleister hat sich im Mai vom DSL-Geschäft getrennt, sucht einen Interessenten für die Webhosting-Tochter Strato und muss außerdem noch die milliardenschwere Übernahme des einstigen Konkurrenten Debitel verkraften.


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Vilanek will den Verkauf von Strato schnell abhaken, um sich auf das Kerngeschäft Mobilfunk konzentrieren zu können. Mit dieser wichtigsten Sparte bewegt sich Freenet in einem hart umkämpften Wettbewerbsumfeld. Die Zahl der Mobilfunkkunden des Unternehmens mit Hauptsitz in Büdelsdorf sank im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres um mehr als 500.000. Bezüglich des Strato-Verkaufs sagte Vilanek, Freenet sei gerade dabei, durch Management-Präsentationen sowie eine vertiefte Buchprüfung die Gebote zu präzisieren. Welche Kandidaten in der engeren Auswahl seien und welchen Verkaufserlös sich Freenet erhoffe, sagte Vilanek nicht.

Angesichts der geringen Wachstumsperspektiven will Vilanek Freenet über Auszahlungen für Aktionäre attraktiv machen. "Wir sehen uns eher als Dividendenpapier." Ob das Unternehmen jedoch 2010 wieder eine Dividende an seine Anleger ausschütte, stehe noch nicht fest. Das hänge vom Verschuldungsgrad ab. Im ersten Halbjahr dieses Jahres beliefen sich die Nettoschulden von Freenet auf rund 1,24 Milliarden Euro.

Derzeit zählt Freenet knapp 18 Millionen Mobilfunkkunden und liegt damit weit abgeschlagen hinter den Branchenriesen T-Mobile und Vodafone auf Platz drei in Deutschland. "Ich akzeptiere einen weiteren Kundenschwund, weil wir das Geschäft über den Gesamtwert eines Kunden steuern", sagte Vilanek. Allerdings erwartet der Konzernchef geringere Einnahmen je Kunde: "Die Sprachumsätze der Branche werden in den kommenden 24 Monaten weiter sinken."



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