Französischer Vorzeigereaktor wird erst zwei Jahre später fertig
Paris - Das Vorzeigestück der französischen Atomindustrie, der Europäische Druckwasserreaktor (EPR) am Ärmelkanal, geht zwei Jahre später als vorgesehen ans Netz, so ein Zeitungsbericht. Der französische Energiekonzern EDF habe eine Überprüfung durchgeführt mit dem Ergebnis, dass der erste französische Atomreaktor der dritten Generation "eine Verspätung von 24 Monaten" haben werde. Dies berichtete die Tageszeitung "Le Figaro" am Dienstag.
"Alle betroffenen Abteilungen innerhalb des Unternehmens wissen, dass dieses große Projekt viele technische Probleme hat", sagte ein Kenner des Vorhabens. Der EPR in Flamanville an der französischen Nordküste hätte ursprünglich 2012 in Betrieb genommen werden sollen.
Auch der erste EPR weltweit, den der französische Atomkonzern Areva derzeit in Finnland baut, verzögert sich deutlich. Er hätte eigentlich schon Mitte vergangenen Jahres fertig sein sollen, wird aber frühestens Ende 2012 ans Netz gehen. Areva hatte den "European Pressurized Water Reactor" zusammen mit dem Münchener Siemens-Konzern entwickelt. Zwei weitere EPR baut Areva derzeit in China; sie sollen 2013 beziehungsweise 2014 den Betrieb aufnehmen.
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