Französischer Stromversorger EDF in offenem Streit mit Atomzulieferer
Paris - In Frankreich ist ein offener Streit zwischen dem Stromversorger EDF und dem Atomkonzern Areva ausgebrochen. Ein Sprecher von EDF warf Areva am Montag vor, aufgrund von Schwierigkeiten bei Vertragsverhandlungen die Versorgung der EDF-Kernkraftwerke mit Atombrennstäben wie auch die Entsorgung des Atommülls eingestellt zu haben. Das wies ein Areva-Sprecher zurück: Die Kraftwerke von EDF würden nach wie vor mit Brennstäben versorgt. Lediglich die Verarbeitung des Atommülls sei unterbrochen worden.
EDF verhandelt eigenen Angaben zufolge bereits seit mehr als einem Jahr über einen neuen Vertrag mit Areva, dem wichtigsten Atombrennstoff-Zulieferer des Stromkonzerns. Einen für das Jahr 2009 ausgehandelten Übergangsvertrag wollte Areva demnach nicht für das Jahr 2010 verlängern. Der Tageszeitung "La Tribune" zufolge soll es unter anderem Uneinigkeit über die Frage geben, wieviel Geld Areva für die Verarbeitung des Atommülls von EDF in seiner Wiederaufbereitungsanlage im nordfranzösischen La Hague erhält. Es soll um einen Betrag von 800 Millionen Euro jährlich gehen.
EDF betreibt in Frankreich 58 Atomreaktoren. Je nach Modell müssen die Reaktoren alle zwölf oder 18 Monate mit neuen Brennstäben bestückt werden. Rund 75 Prozent des in Frankreich erzeugten Stroms stammt aus Atomkraftwerken.
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