Frankreich: EDF und Areva streiten über Uran-Anreicherung
Paris - Der Streit über die Produktion von Brennstoff für Atomkraftwerke könnte für den französischen Atomkonzern Areva zu einen Verlust in Höhe von 500 Millionen Euro führen. EDF, der weltgrößte Betreiber von Atomkraftwerken, wolle laut der Zeitung "Le Figaro", das angereicherte Uran in Zukunft verstärkt von der Konkurrenz beziehen. Im Gespräch seien unter anderem das russische Unternehmen Tenex und das britisch-deutsch-niederländische Unternehmen Urenco. Bislang lieferte die von Areva betriebene Anlage Eurodif im Rhonetal mehr als 60 Prozent des Brennstoffes an EDF, zukünftig sollen es 20 Prozent weniger sein.
Eurodif soll 2013 durch eine neue Anlage zur Uran-Anreicherung ersetzt werden. Der Vertrag zwischen EDF und Areva läuft allerdings Ende des Jahres aus. Für die neue Anlage gibt es bereits einen Vertrag zwischen den beiden Unternehmen, in denen der Staat jeweils Mehrheitseigner ist. Allerdings ist ungeklärt, wo und in welchen Mengen EDF in der Zwischenzeit angereichertes Uran bezieht. Für Areva könnte dies einen herben finanziellen Verlust bedeuten.
EDF und Areva liegen seit längerem im Clinch. Anfang des Jahres stellte Areva vorübergehend die Lieferung von Kernbrennstoff für die 58 EDF-Reaktoren ein und stoppte die Abnahme des ausgebrannten Urans. Hintergrund war ein Streit über die Nutzung der von Areva betriebenen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague. EDF hatte versucht, von früheren Vereinbarungen abzurücken und den Preis zu drücken. Die beiden Konzernchefs Anne Lauvergeon (Areva) und Henri Proglio (EDF) sind zudem erbitterte Konkurrenten bei der Führungsposition in der französischen Atomindustrie.
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