Forscher wollen an riesige Gashydratlager gelangen
Nach Angaben von Forschungsleiter Wallmann wird das Projekt zahlreiche Lösungen für wichtige Zukunftsfragen liefern. So könnte etwa durch die Gewinnung von Erdgas aus den nahezu weltweit vorkommenden Hydraten die Abhängigkeit von den wenigen konventionellen Lagerstätten aufgehoben werden. Gleichzeitig könnten die CO2-Emissionen sinken, da die abgebauten Gashydrate im Meeresboden durch CO2-Hydrate ersetzt werden sollen. "Das Prinzip ist einfach: Erdgas raus - CO2 rein", erklärte Wallmann. Dabei soll das Kohlendioxid als stabiler Feststoff gespeichert werden.
Zugleich wollen die Forscher neue Konzepte zum Gastransport entwickeln. Das geförderte Gas soll auf mobilen Plattformen in feste Pellets umgewandelt und auf spezielle Schiffe verladen werden. Diese Art des Gastransportes sei energetisch günstiger als der Flüssiggas-Transport, erklärte der Professor.
Als weiteren Vorteil des Austausches der Erdgas- durch CO2-Hydrate nannte Wallmann, dass letztere den Meeresboden stabilisierten: "CO2- Hydrate sind thermisch stabiler und werden bei einer weiteren Erwärmung des Meeresbodens - im Gegensatz zu Gas - nicht zersetzt." Die Umwandlung trage damit zur Minimierung der Treibhausemissionen bei.
Bisherigen Studien hatten festgestellt, dass die Gashydrate eine wichtige Energiebasis für komplexe Ökosysteme sind und Kontinentalhänge stabilisieren. Durch die globale Erwärmung schmelzen allerdings viele dieser Energiespeicher und setzen das klimaschädliche Methangas frei.
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