Fließt bald russischer Atomstrom nach Deutschland?
Moskau - Das russische Stromunternehmen Inter RAO UES prüft derzeit die Lieferung von russischem Atomstrom durch eine Ostsee-Leitung nach Deutschland. Der Strom könne von einem geplanten Atomkraftwerk in der russischen Exklave Kaliningrad durch ein Kabel fließen, das an der künftigen Ostsee-Gaspipeline entlang laufen würde. Das sagte Vorstandsmitglied Dangiras Mikalajunas am Freitag in der moldawischen Stadt Dnestrowsk nach Angaben der Agentur Interfax. Für die nächste Zeit seien Verhandlungen mit Deutschland, Litauen und Estland über das Projekt geplant. "Die Entscheidung hängt von den Baukosten und von der Position der Partner ab", sagte Mikalajunas. Das entsprechende Kabel soll eine Leistung von 600 bis 1000 Megawatt haben.
Russland hatte den Bau des baltischen Atomkraftwerks mit zwei Druckwasserreaktoren vom Typ WWER und einer Leistung von je 1200 Megawatt 2008 beschlossen. Der erste Reaktor dürfte 2015 ans Netz gehen. Inter RAO UES gehört zum russischen Konzern Rosatom. Siemens will mit Rosatom ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das neue Atomkraftwerke bauen und bestehende Meiler modernisieren soll.
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