Fischer hält 2010 entscheidend für Nabucco-Projekt
Sofia - Nach Ansicht von Joschka Fischer wird das Jahr 2010 entscheidend für das von der EU unterstützte "Nabucco"-Gasleitungsprojekt sein. Fischer sagte nach Angaben bulgarischer Medien am Montag, dass im kommenden Jahr das Abkommen über die Gasleitung ratifiziert werden solle. Von 2014 an soll Erdgas durch die Pipeline, unter Umgehung Russlands, aus Ländern wie Aserbaidschan, Kasachstan oder Turkmenistan durch die Türkei, Bulgarien und Rumänien zunächst nach Mitteleuropa fließen.
Der frühere deutsche Außenminister sprach als Berater für die "Nabucco"-Konsortiumsmitglieder RWE und OMV mit Bulgariens Regierungschef Bojko Borissow und Energieminister Trajtscho Trajkow über das Projekt. Bulgarien hält 16,5 Prozent der Anteile. Die Gasleitung wird von Unternehmen aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Türkei geplant.
Im kommenden Jahr sollen noch Abkommen zur konkreten Umsetzung von "Nabucco" unterzeichnet werden. Da Europa künftig immer mehr Gas brauchen werde, gebe es keine Konkurrenz zwischen den verschiedenen Gas-Projekten, sagte Fischer.
EU-Staaten sind auch am "South-Stream"-Projekt des russischen Gaskonzerns Gazprom beteiligt. Es sieht eine Pipeline für russisches Erdgas durch das Schwarze Meer nach Bulgarien und von dort zwei Stränge nach Süd- und Norditalien vor. Bulgariens Außenministerin Rumjana Schelewa hatte die "Nabucco"-Leitung zum "Prioritätsprojekt" für ihr Land erklärt.
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