Fischer fordert mehr Unterstützung von Politik für Nabucco-Pipeline
Brüssel - Für die geplante Gaspipeline Nabucco hat der ehemalige Außenminister, Joschka Fischer, von der Politik mehr Rückendeckung gefordert. Fischer sagte am Dienstag in Brüssel, das kommende Jahr werde entscheidend sein. Die wesentlichen Probleme seien politischer Natur. Was wir jetzt bräuchten, sei volle politische Rückendeckung. Der Grünen-Politiker berät die beiden Konsortiums-Mitglieder OMV und RWE.
Nabucco soll von 2014 an Gas über 3300 Kilometer vom Kaspischen Meer über den sogenannten Südkorridor unter Umgehung Russlands bis nach Österreich transportieren. 2019 soll eine maximale Kapazität von jährlich 31 Milliarden Kubikmeter erreicht werden. Die endgültige Investitionsentscheidung wird für Ende 2010 erwartet. Das Projekt soll gut acht Milliarden Euro kosten.
Hauptproblem sind die Lieferquellen. Nach Industrieangaben gibt es "klare Aussagen" kaspischer Länder wie Turkmenistan oder Aserbaidschan, wo der Energiesektor in staatlicher Hand ist. Fischer sagte, er verhandle "parallel" insbesondere in Berlin, Washington und Brüssel einerseits sowie mit den Regierungen der Türkei, Turkmenistans und Aserbaidschans.
Russland hat sich indes einen Großteil der Reserven in der Region gesichert. Beobachtern zufolge ist dies auch Folge der häufigen Besuche russischer Politiker in Zentralasien.
Außerdem hatte das Nabucco-Transitland Türkei Anfang August mit italienischer Rückendeckung dem Bau der russischen South-Stream- Leitung über ihr Gebiet zugestimmt, mit der Moskau seine Vormachtstellung auf dem westeuropäischen Gasmarkt ausbauen will. Fischer nannte South Stream ein "virtuelles Projekt", mit dem die Nabucco-Beteiligten "entmutigt" werden sollten.
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