Finnland warnt vor Umweltrisiken durch Ostsee-Pipeline
AFP, Verivox
Berlin (AFP) - Nach Schweden hat auch Finnland Vorbehalte gegen den Verlauf der geplanten Ostsee-Pipeline geäußert. "Wir hoffen, dass die Route auf russischem Gebiet noch geändert wird", sagte der finnische Umweltminister Kimmo Tiilikainen dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Die Route verlaufe "sehr dicht an finnischen Naturschutzgebieten", sagte Tiilikainen. In der Nähe der nur etwa 35 Kilometer vor der Küste Finnlands liegenden russischen Insel Gogland habe sich Cadmium am Meeresboden abgelagert. Finnische Experten fürchten, dass das giftige Schwermetall durch den Bau der Pipeline aufgewirbelt und von der Strömung in die Naturschutzgebiete geschwemmt werden könnte.
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Finnland plädiert dem Bericht zufolge dafür, die Pipeline nicht nördlich, sondern südlich der Insel zu verlegen. Dem müsste neben der Betreibergesellschaft Nord Stream auch die russische Regierung zustimmen. Das russische Gasunternehmen Gazprom und die deutschen Firmen BASF und E.ON hatten sich 2005 auf den Bau einer 1200 Kilometer langen Pipeline durch die Ostsee geeinigt, durch die Gas direkt von Russland nach Deutschland transportiert werden soll. Auf den Weg gebracht wurde das Projekt durch den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Ob die Pipeline angesichts des weitreichenden Widerstands wie geplant 2010 in Betrieb gehen kann, ist unklar.

