Finnland plant massiven Ausbau der Atomenergie

dpa | 22.04.2010
Bild: Atomkraftwerk


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Helsinki - Die Regierung in Finnland bereitet einen massiven Ausbau der Atomenergie vor. Zusätzlich zu den bisher vier Reaktoren und einer im Bau befindlichen Anlage hat sich die Koalition von Ministerpräsident Matti Vanhanen auf zwei weitere Neubauten geeinigt. Sie machte bei einer Klausur am Mittwochabend gegen den Willen der mitregierenden Grünen den Weg für die Anträge der heimischen Energieunternehmen TVO und Fennovoima frei. Das Parlament soll dann im Frühsommer die endgültige Entscheidung treffen.


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Der liberale Vanhanen sagte nach einer Kabinettsklausur: "Es ist wichtig, dass unsere Wirtschaft nach diesem starken Signal nun auch die Investitionsentscheidungen trifft, von denen man in der Vergangenheit immer gesprochen hat." In der Koalition hatten sich die Konservativen für den Bau von drei neuen Reaktoren stark gemacht, wie es Finnlands Wirtschaft gefordert hatte. Die Grünen in Vanhanens "Regenbogen-Koalition" votierten gegen alle Ausbaupläne, wollen aber trotz der Entscheidung gegen sie in der Regierung bleiben.

Finnlands bisherige vier Atomreaktoren sowjetischer Bauart in den Anlagen Loviisa und Olkiluoto liefern knapp ein Viertel des heimischen Stroms. Dieser Anteil würde bei voller Produktion der jetzt anvisierten sieben Reaktoren nach inoffiziellen Schätzungen auf etwa 50 Prozent steigen.

Als erstes europäisches Land nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 begannen die Nordeuropäer in Olkiluoto 2005 mit dem Neubau eines Atomreaktors. Das vom französischen Areva-Konzern zusammen mit Siemens aus Deutschland gestartete Projekt eines neuartigen "Europäischen Druckwasserreaktors (ERP)" galt als erneuter Durchbruch für die Atomindustrie.

Durch immer neue Pannen und Bauverzögerungen haben sich die zunächst auf drei Milliarden Euro veranschlagten Kosten mehr als verdoppelt. Die zunächst 2009 geplante Inbetriebnahme mit einer Leistung von 1600 Megawatt wurde inzwischen auf Ende 2012 verschoben. Siemens kündigte Ende vergangenen Jahres den Ausstieg aus der wenig erfolgreichen und verlustträchtigen Kooperation mit Areva an.



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