Finnland kritisiert deutsch-russisches Gasprojekt
Helsinki - Der finnische Außenminister Alexander Stubb ist unzufrieden mit dem Vorgehen der Bundesregierung und der russischen Führung bei der geplanten Gasleitung durch die Ostsee. Stubb sagte am Mittwoch in einem Interview mit dem TV-Sender YLE in Helsinki, durch die rein bilaterale Vorbereitung sei die "Einheit der EU geschwächt worden".
Ab Ende 2011 sollen durch die 1200 Kilometer lange Leitung Nord Stream Erdgas vom russischen Wyborg bis Greifswald in Mecklenburg- Vorpommern gepumpt werden. Mit dem Baubeginn für das 7,4 Milliarden Euro teure Projekt wird im kommenden Jahr gerechnet. Sowohl die drei baltischen Länder wie Polen und teilweise auch Schweden haben massive sicherheitspolitische Bedenken geltend gemacht, weil der Einfluss Russlands in der Ostsee-Region durch die Leitung erheblich wachsen werde.
Stubb, dessen Regierung der Leitung grundsätzlich positiv gegenübersteht, meinte weiter: "Dies ist in hohem Maß ein bilaterales Projekt zwischen Russland und Deutschland. Man hätte aber andere EU-Länder besser konsultieren müssen." Die Konflikte zeigten den Bedarf an einer gemeinsamen Energiepolitik der Union. Der konservative finnische Minister sagte mit Blick auf die Zukunft: "Man wird im Sinne der EU-Energiepolitik sich Lehren ziehen und die Vorbereitungen beim nächsten Mal anders gestalten."
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