FDP-Politiker fordert Abgabe der Atomindustrie für grüne Energien
Berlin - Der Ruf nach einer höheren finanziellen Abgabe der Atomindustrie wird nun auch in der FDP laut. "Die 2,3 Milliarden Euro für den Bundesetat sind zwar gesetzt", so der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Kauch. "Darüber hinaus erwarten wir aber, dass es auch einen nennenswerten Beitrag für die erneuerbaren Energien gibt."
In der Koalition ist dem Bericht zufolge ein zusätzlicher Beitrag der vier Energiekonzerne RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall von ein bis zwei Milliarden Euro jährlich im Gespräch. Der Beitrag könne in Form von Investitionszusagen der Konzerne in den Ausbau der erneuerbaren Energien vertraglich festgelegt werden, zitiert die Zeitung Koalitionskreise.
Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hatte am Montag noch erklärt, die Atomindustrie solle über die jährlich geplanten 2,3 Milliarden Euro hinaus keine Abgaben für längere Laufzeiten ihrer Kernkraftwerke zahlen. "Das Volumen ist vereinbart", sagte er nach einer Sitzung des FDP-Präsidiums. "Dies ist auch eine angemessene Beteiligung der Energiewirtschaft an den gesamtgesellschaftlichen Kosten. Es ist auch eine faire Beschlussfassung der Bundesregierung."
Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Dienstag) weist die schwarz-gelbe Bundesregierung zentrale Forderungen der Energiekonzerne in der Auseinandersetzung um längere Atomlaufzeiten zurück. Weder die Verlängerung der Atomlaufzeiten noch die künftigen Sicherheitsstandards in den Meilern könnten wie von der Branche gewünscht per Vertrag zwischen Politik und Konzernen geregelt werden, heiße es in Koalitionskreisen. Dies müsse gesetzlich festgelegt werden. Eine Bindung künftiger Regierungen über Jahrzehnte durch einen Vertrag wäre juristisch und staatspolitisch nicht zulässig, lautet dem Bericht zufolge die Begründung.
Weitere Nachrichten vom 24.08.2010
- Bringt Apple einen Mac mit Touchscreen raus?
- Eltern sollten wissen, was ihre Kinder im Internet machen
- Google kauft Produktvergleich-Seite Like.com
- Brüderle in der Kritik - Streit um Energiebericht
- Eine Chronologie: Das Hin und Her um die Atomsteuer
- Weltenergierat will Atom-Renaissance in Deutschland
- Bewerber sollten mit persönlichen Daten im Web vorsichtig sein
- Mobilfunk-Discounter callmobile hat an der Preisschraube gedreht
- Intelligente Stromnetze: Verbraucher sind schlecht informiert
- Solarspeicher sollten gut gedämmt sein
- Umweltverbände: Energieeffizienz statt Laufzeitverlängerung
- Nokia und Intel wollen 3D-Bilder aufs Handy bringen
- Zukünftige Chancen und Risiken für die Mobilfunkmärkte
- Kabel Deutschland ist auf der Suche nach neuen Geschäftsideen
- Schrotthändler kappen deutsch-asiatische Internetleitung
- Röttgen erwartet keinen Solarmarkt-Einbruch durch Förderkürzung
- Öko-Energien: 6,6 Milliarden regionale Wertschöpfung
- Facebook-Gründer Mark Zuckerberg lässt sich nicht blockieren
- Notebook-Reparaturservices: teuer und wenig kundenfreundlich
- US-Ölpreis sinkt auf 7-Wochen-Tief

