Experten warnen vor mangelndem Wettbewerb im Internet
Berlin - Vor dem mangelnden Wettbewerb im Internet haben gestern Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gewarnt. "Die Politik ist gefordert, die Informationsfreiheit im Internet zu stärken und zu prüfen, ob Quasi-Monopole stärker reguliert werden müssen", sagte der netzpolitische Sprecher von Bündnis 90/Grüne, Dr. Konstantin von Notz auf der Podiumsdiskussion des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) und der Initiative für einen wettbewerbsfähigen Online-Markt, ICOMP.
Auf der Veranstaltung hatte das britische Preisvergleichsportal Foundem geschildert, wie ihre Webadresse im Ranking der Suchergebnisse abgestürzt sei, nachdem Google selbst ein Konkurrenzangebot auf den Markt gebracht hatte. Foundem hatte Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht, dort wird derzeit geprüft, ob ein Kartellverfahren eingeleitet wird.
Moderiert wurde die Veranstaltung durch den neuen ICOMP-Sprecher Christoph Waitz, der die Ziele der internationalen Initiative stärker in die öffentliche deutsche Debatte einbringen soll.
"Dominante Marktführer wie Apple, Amazon, eBay und Google sind ein typisches Phänomen der Internetwirtschaft - Ökonomen sprechen von Winner-takes-it-all-Märkten. Bisher hat die Politik noch keinen Weg gefunden, den aus diesen Entwicklungen resultierenden Gefahren effektiv zu begegnen", folgert Podiumsteilnehmer Professor Dr. Torsten Körber.
AdAudience-Geschäftsführer Frank Herold betont: "Wir wollen mit unserer Allianz von Online-Werbevermarktern ein neues attraktives Angebot für Werbetreibende bilden, daher haben wir das Joint Venture offen für andere Unternehmen angelegt".
ICOMP-Direktor Auke Haagsma warnt vor dem Missbrauch einer dominanten Markstellung: "Wettbewerb und Transparenz im Internet sind für Branchen, Unternehmen und Nutzer enorm wichtig für Innovation, Service und Datenschutz - daher sollte die Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft dem derzeitigen Missstand oberste Priorität einräumen."
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