Experten sagen Boom für Windkraft voraus

dpa | 15.06.2010
Bild: Windenergie


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Berlin/Istanbul - Die Windenergie-Branche rechnet trotz Wirtschaftskrise mit einem erheblichen Wachstum in den kommenden zehn Jahren. Bereits 2020 könne Wind in Deutschland für 25 Prozent des Strombedarfs sorgen. Das teilte der Bundesverband Windenergie am Dienstag in Berlin mit. Eine Laufzeit-Verlängerung für deutsche Atomkraftwerke sei daher überflüssig. Voraussetzung sei jedoch, dass es weiterhin Mindestpreise für die Einspeisung erneuerbarer Energien ins Netz gebe.


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Zum Auftakt der 9. Internationalen Windenergiekonferenz in Istanbul gehen die Experten ebenfalls von einem weltweiten Boom der Windkraft in den nächsten Jahren aus. Die Einbindung von neuen Großanlagen in bestehende Netze sei dann aber eine der größten Herausforderungen, erklärte Anil Kane, der Präsident des internationalen Windenergieverbandes (WWEA). Am Bosporus beraten Hersteller von Windkraftanlagen, Wissenschaftler und Politiker bis Donnerstag über den Ausbau erneuerbarer Energien.

Derzeit wird in Deutschland sechs bis sieben Prozent der Energie aus Windkraft gewonnen. 19 Atomkraftwerke produzierten heute rund 30 Prozent des Stroms in Deutschland, sagte Gerd Krieger, Vize-Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). In der Zukunft soll sich nach Berechnungen des Verbandes der Windenergie-Markt allein in der EU aber sprunghaft entwickeln: Von sieben Prozent im Jahr 2007 auf 20 Prozent im Jahr 2020 und weiter auf 27 Prozent im Jahr 2030.

Auch die weltweite Entwicklung schätzt die Branche als sehr positiv ein. Bis 2014 sei mit 18 bis 20 Prozent Wachstum zu rechnen, teilte der Global Wind Energy Council in Berlin mit. Nordamerika, Europa und Asien hätten dabei die Nase weit vorn.

Rund die Hälfte der Windenergie in der EU soll 2030 von Windkraftanlagen vor den Küsten (Offshore) stammen. Noch sind es allerdings erst 2,5 Prozent. Die momentanen technischen Probleme im einzigen deutschen Offshore-Windpark Alpha Ventus vor der Insel Borkum schreckt die Branche wenig. Alpha Ventus sei ein Forschungsprojekt, das Mängel erkennen und abstellen solle, hieß es in Berlin. Vor Borkum sind nach Medienberichten rund die Hälfte der Windräder heiß gelaufen, Technik muss ersetzt werden. Ende September trifft sich die Branche zur Messe Windenergy in Husum.

"Heute sind weltweit Anlagen mit mehr als 160 Gigawatt Leistung installiert", erläutere Kane in Istanbul. "Wir wissen, dass dies nur der Anfang ist. Wir erwarten, dass im Jahr 2020 die weltweite Kapazität 1900 Gigawatt erreichen wird. Das deckt 15 Prozent des Strombedarfs der Welt." Der Präsident des chinesischen Windkraftverbandes, He Dexin, sagte, China setze auf einen Ausbau der Windkraft als unschädliche Energie, um so auch etwas gegen Klimawandel zu unternehmen.

Die Organisatoren erwarten Teilnehmer aus 95 Staaten. Sie beraten, wie die Windkraft politisch gefördert werden kann. Außerdem geht es um die Frage, wie verschiedene Systeme aufeinander abgestimmt werden müssen, um den Strom in den Netzen zu verteilen. Aussteller zeigen neue Technologien für den Bau und den Betrieb von Windfarmen. Außerdem sollen Wege zur Finanzierung neuer Anlagen besprochen werden. Mehrere deutsche Hersteller zeigen ihre Produkte.



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