Experten: Belgien muss geplanten Atomausstieg "überdenken"
AFP
Brüssel (AFP) - Belgien muss einer Expertenkommission zufolge seine Pläne für den Atomausstieg zwischen 2015 und 2025 noch einmal "überdenken". Das Land solle sich aus Kostengründen die Option Kernenergie offenhalten und gut abwägen, ob es seine Atomreaktoren abschalten wolle, heißt es in einem vorläufigen Schreiben der Kommission, aus dem die Zeitung "Le Soir" am Donnerstag zitierte. Die Fachleute erwarten, dass eine Energiepolitik mit einer strikteren Umsetzung der Umweltschutzauflagen des Kyoto-Protokolls, aber ohne Atomenergie "extrem kostspielig" werde. Die Kommission "Energie 2030" arbeitet im Auftrag von Energieminister Marc Verwilghen.
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Der Ausstieg aus der Kernenergie war 2003 noch unter der damaligen Regierungskoalition beschlossen worden, der - anders als heute - auch die Grünen angehörten. Verwilghen, ein flämischer Liberaler, setzte unter der derzeitigen belgischen Regierung die Expertenkommission ein. Er kündigte eine neue Diskussion um den Atomausstieg an, sollten die Fachleute Kernenergie für die beste Lösung halten.
Kurz vor Bekanntwerden der Kommissionsempfehlungen hatten in Belgien Überlegungen mehrerer Großkonzerne Schlagzeilen gemacht, ungeachtet der Atomausstiegspläne in einen eigenen Kernreaktor zu investieren, um die Energiekosten zu senken. Kritiker hatten von vornherein bezweifelt, ob der Energiebedarf des Landes ohne Kernkraft gedeckt werden kann. Belgien hat sieben Kernkraftwerke, drei im südlichen Landesteil, der Wallonie, und vier in Flandern im Norden.
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