Experte: Neuinvestitionen in deutsche Kohle unrealistisch
dpa
Berlin (dpa) - Neuinvestitionen in die deutsche Kohle haben nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Deutschen Bank, Norbert Walter, kaum Chancen. Walter reagierte damit auf das Vorhaben von RAG-Chef Werner Müller, nach jahrelangem Schrumpfen des Bergbaus angesichts explodierender Weltmarktpreise für Kokskohle eine neue Zeche im Ruhrgebiet zu bauen. Sollte zur Vermeidung von Versorgungsengpässen im Energie-Bereich Kohle wieder verstärkt aktiviert werden, könne es immer nur um Importkohle gehen, sagte Walter.
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"Es ist sehr unrealistisch, dass deutsche Kohle dabei eine wichtige Rollen spielen wird - angesichts der Kosten, die in Deutschland nun mal nicht vermeidbar sind." Unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit könne man über Importkohle reden, weil sie anders als Erdöl aus den USA oder anderen krisenfreien Regionen bezogen werden könne. "Man darf jedoch nicht die umweltpolitischen Ziele aus den Augen verlieren." Daher müssten Energiespar- Technologien und der Umstieg auf erneuerbare Energien in den Vordergrund der Überlegungen rücken. Aber auch Erdgas sei umweltfreundlich, wobei Walter vor einer zunehmenden Abhängigkeit vom Gasexporteur Russland warnte.
RAG-Chef Müller hatte seine Pläne für eine neue Zeche zuvor verteidigt. Eine neue Rohstoffstrategie für Deutschland müsse "ohne die gegenwärtigen ideologischen Scheuklappen und jahrelang eingeübten Stereotypen" entwickelt werden, forderte der Chef des Bergbau- Konzerns am Vortag. Müller erhofft sich von einem solchen Schritt eine Jahresförderung von rund 2,5 Millionen Tonnen und 3000 Arbeitsplätze. Dass sich diese Investition lohnt, begründete er mit der Erwartung, dass Kokskohle und Koks auf den Weltmärkten auch längerfristig knapp und teuer sein werden.
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