Experte: Meeresbergbau wichtig für künftige Energiegewinnung

dpa
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Kiel (dpa) - Der Meeresbergbau wird aus Expertensicht künftig eine wichtigere Rolle spielen als bisher. "Gashydrate als Energierohstoff sind eine gigantische Ressource", sagte der Wissenschaftler Sven Petersen vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Allerdings wird der Meeresbergbau niemals die Auswüchse von Landbergbau haben." In Kiel treffen sich derzeit rund 70 Wissenschaftler aus 16 Ländern zur Jahrestagung des "Underwater Mining Institute".

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Ein Kubikmeter Gashydrate sei unter Wasser so sehr komprimiert, dass es an der Oberfläche das 164-fache an Gas ergebe, betonte Petersen. "Das ist damit ein Vielfaches von allen Vorräten, die wir an Öl und Gas kennen." Die Gashydrate, zum Beispiel Methanhydrate, würden mit Kohlendioxid (CO2) aus der Tiefe getrieben. "So kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen", denn Unternehmen hätten ein großes Interesse daran, CO2 loszuwerden.

Zudem könnten aus der Tiefsee Manganknollen (bis zu 6000 Meter tief) und Kobaltkrusten (rund 2000 Meter tief) gefischt werden. Die Metalle, die zu zwei bis drei Prozent in den Meeresablagerungen enthalten sind, würden in der Rüstung und in der Raumfahrt gebraucht, selbst im Handy seien solche Metalle verbaut. Allerdings sei der Abbau noch nicht wirtschaftlich, betonte Petersen.

In den 1980er Jahren gab es nach Aussagen von Petersen einen "Hype" auf den Meeresbergbau, doch nach dem Absturz der Rohstoffpreise lag auch der Meeresbergbau brach. Mittlerweile gebe es ein neues Interesse der Länder, die sich Rohstoffe frühzeitig sichern wollten. "Bei vielem fehlt jedoch noch die Technologie, um Meeresbergbau wirtschaftlich zu betreiben." Ein kommerzieller Abbau werde noch rund zehn Jahre dauern. "Andere Experten gehen jedoch von nur zwei Jahren aus." Deutschland hat sich nach Darstellung von Petersen eine Explorationslizenz im zentralen Pazifik gesichert. Dies sei aber keine Lizenz zum Bergbau, sondern nur zur Forschung und Analyse.

Bisher werde aus dem Meer Öl und Gas gefördert, vor allem aber aus dem Flachwasser Sand und Kies. Selbst rund 2,5 Prozent der Diamanten - die besonders hochkarätigen - kämen aus dem Meer.



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