EWE: Keine feindliche Übernahme von VNG geplant
Zwölf ostdeutsche Kommunen, gebündelt in der VNG Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft (VuB), besitzen derzeit zusammen 25,8 Prozent der VNG-Anteile. Sinkt dieser Anteil unter 25 Prozent, verlöre diese Gruppe ihrer Sperrminorität. Die VuB kündigte vor einer Woche fristlos den bis 2023 laufenden Konsortialvertrag mit EWE. Sie begründete dies damit, EWE wolle den ostdeutschen Verbund sprengen. EWE hält die Vertragskündigung für unwirksam und will dagegen klagen.
EWE-Chef Brinker erinnerte daran, dass die Ost-Kommunen einen 10-prozentigen Anteil an VNG nur mit Hilfe der Oldenburger hätten erwerben können. Die Hälfte dieses Anteils habe EWE bezahlt und dafür im Konsortialvertrag Vorkaufsrechte für den Fall erhalten, dass Kommunen aus dem VuB-Verbund Anteile abgeben wollen. Insofern könne nicht kritisiert werden, wenn EWE jetzt seine Chancen nutze.
Aus der VuB und von ostdeutschen Politikern war die Befürchtung geäußert worden, das Leipziger Vorzeigeunternehmen könne seine Eigenständigkeit verlieren. Brinker sagte, das sei "kein politisches Thema". Dennoch kündigte er an, in Gesprächen mit ostdeutschen Politikern seine Sicht der Dinge darzustellen. Für diesen Dienstag sei eine Sitzung des Konsortialausschusses einberufen. Brinker erwartet jedoch keine schnelle Lösung des Konflikts zwischen EWE und VuB.
Zu der Festveranstaltung zum 50. Jubiläum im Leipziger Gewandhaus werden 1500 Gäste aus Politik und Wirtschaft erwartet, darunter auch Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee und der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff (beide SPD). Auch die Botschafter Russlands und Norwegens haben ihr Kommen angekündigt. VNG importiert das meiste Erdgas aus den beiden Ländern. 2007 machte der Konzern 130 Millionen Euro Gewinn.
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