EU prüft Blockade für Endesa-Übernahme - E.ON legt Beschwerde ein
dpa
Brüssel/Düsseldorf (dpa) - Bei der umstrittenen Übernahme des spanischen Energieversorgers Endesa durch den deutschen E.ON-Konzern prüft die EU-Kommission neue Informationen der Madrider Regierung. Die Behörde bestätigte am Freitag in Brüssel, dass ein Schreiben der Regierung zu Auflagen für E.ON eingegangen sei. Zum Inhalt wurden keine Angaben gemacht. E.ON hatte einen Tag zuvor beim spanischen Industrieministerium Beschwerde gegen die erteilten Auflagen durch die Aufsichtsbehörde CNE eingelegt. Das sagte ein E.ON-Sprecher auf Anfrage.
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Die EU-Wettbewerbshüter hatten vor gut einer Woche schwere Zweifel an den weit gehenden spanischen Auflagen für E.ON geäußert und mit äußerst kurzer Frist weitere Informationen aus Madrid angefordert. Die EU-Behörde vermutet hinter der Quasi-Blockade von E.ON eine Behinderung des freien Kapitalverkehrs und der Niederlassungsfreiheit in der Union.
Die spanische Energiebehörde CNE hatte Ende Juli entschieden, dass E.ON nach der Übernahme rund ein Drittel von Endesa abgeben und alles in allem 19 Bedingungen erfüllen muss. Die Energieversorgung müsse auch in einer Krisenlage gesichert sein, lautete die Begründung.
Falls Spanien die Zweifel nicht ausräumen kann, dürfte die Kommission förmlich feststellen, dass das Mitgliedsland sich nicht an die bereits im April ausgesprochene EU-Billigung des E.ON- Übernahmeangebots für Endesa hält. E.ON könnte mit einer solchen Klarstellung vor einem nationalen Gericht klagen, auch auf Schadenersatz, berichteten Wettbewerbsexperten. Die Übernahme hat einen Wert von 27 Milliarden Euro.
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