EU: Ölversorgung ist trotz Unruhen in Libyen nicht gefährdet
- 1 | Engpässe können aufgefangen werden
- 2 | Libyen ist drittgrößter Öl-Lieferant Deutschlands
Brüssel - Unruhen in Libyen stellen nach Meinung der EU-Kommission kein Problem für die Ölversorgung Europas dar. "Falls die Öllieferungen von Libyen in die EU unterbrochen würden, hätte dies nur kurzfristige, aber keine andauernden oder bedeutenden Auswirkungen auf die Versorgungsbilanz", erklärte die Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Montag auf Anfrage in Brüssel. Ein Engpass könnte von anderen Lieferländern wie Saudi Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Katar aufgefangen werden. Bei möglichen Lieferunterbrechungen werde die Europäische Union handeln.
Die 27 EU-Mitgliedsstaaten haben derzeit laut EU-Kommission 138,7 Megatonnen Rohöl und Ölprodukte gelagert - dies entspreche dem Verbrauch von 120 Tagen. Die Lagerbestände seien doppelt so hoch wie der jährliche Ölimport aus Libyen in die EU.
Im Jahr 2009 haben die 27 EU-Länder nach Brüsseler Angaben 60,2 Megatonnen Rohöl von Libyen importiert, das entsprach einem Zehntel der gesamten Öleinfuhren. Am stärksten sei Italien von libyschem Öl abhängig, dort liege der Anteil bei einem Viertel aller Öleinfuhren. Deutschland belege mit einem Anteil von neun Prozent den vierten Platz in der EU.
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