EU: Mit neuen Pipelines mehr Energiesicherheit in Europa schaffen
Prag - Mit neuen Energieleitungen ans Kaspische Meer und Zentralasien plant die Europäische Union unabhängiger vom russischen Gas zu werden. EU-Chefdiplomat Javier Solana und die tschechische EU-Ratspräsidentschaft kamen am Freitag in Prag dazu mit Spitzenvertretern aus acht Ländern zu einem "Energiegipfel" zusammen. Eingeladen waren Aserbaidschan, Ägypten, Georgien, der Irak, Kasachstan, die Türkei, Turkmenistan und Usbekistan. Im Kern geht es um einen Korridor südlich von Russland, durch den mehrere Pipelines verlaufen sollen.
Der scheidende tschechische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident Mirek Topolanek sagte: "Wir sehen den südlichen Korridor als eine neue Seidenstraße, wo es in beiden Richtungen einen Austausch von Informationen, Waren, Menschen und Energie gibt." Die Kooperation mit den Ländern sollte sich nicht nur auf die geplante Nabucco-Pipeline beschränken, die Erdgas aus der Kaspischen Region unter Umgehung Russlands bis nach Österreich bringen soll. Es müsse eine weitergehende Kooperation geben.
Die Zusammenarbeit müsse auf den Prinzipien des freien Markts, Transparenz und gegenseitigem Vertrauen beruhen, sagte Topolanek. EU-Vertreter wiesen auf die Bedeutung sicherer Energielieferungen nach Europa hin. Im Januar hatte der "Gaskrieg" zwischen Russland und Ukraine zu teilweise erheblichen Lieferunterbrechungen nach Europa geführt.
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