EU-Kommission will Handygespräche in Fremdnetze weiter verbilligen
dpa
Brüssel (AFP) - Nach der in diesem Sommer per EU-Recht verfügten Senkung der Auslands-Handygebühren denkt die EU-Kommission bereits über Vorschriften für eine weitere Verbilligung von Mobiltelefonaten nach. Anlass dafür sind Gesetzespläne in Frankreich, mit denen die Entgelte für die Weiterleitung von Anrufen zwischen den Mobilfunknetzen dort weiter sinken sollen und die am Freitag von der EU-Kommission ausdrücklich begrüßt wurden. Dabei stellte sich die Behörde hinter den französischen Vorschlag, auf europäischer Ebene einheitliche Berechnungsmethoden einzuführen, damit die in Rechnung gestellten Preise den tatsächlichen Kosten entsprechen.
Die so genannten Terminierungsentgelte, die die französische Regulierungsbehörde ARCEP angehen will, stellen Handybetreiber in Rechnung, wenn sie Anrufe aus anderen Handynetzen oder aus dem Festnetz erhalten. In Frankreich berechnen die Telefongesellschaften laut Kommission dafür bisher 9,81 Cent und damit weniger als in Deutschland (11,38 Cent). Nach dem Vorschlag der ARCEP soll die Preisobergrenze je nach Anbieter auf 6,5 oder 8,5 Cent sinken, was aber immer noch mehr wäre als die Kosten, die den Gesellschaften für diese Dienstleistung entstehen. Auf lange Sicht will die französische Behörde aber gleiche Höchstpreise für alle Anbieter.
Dank der neuen Roaming-Vorschriften der EU darf ein Anruf nach Hause aus dem Ausland einschließlich Mehrwertsteuer noch maximal 58 Cent je Minute kosten. Eingehende Anrufe kosten demnach mit Steuer höchstens rund 29 Cent pro Minute. Binnen drei Jahren sinken die Preise mit Steuern auf 51 Cent beziehungsweise 22 Cent.
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