EU-Kommission will Durchbruch für Handy-Fernsehen vor Olympia 2008
Bislang verlief die Entwicklung des Handy-TV allerdings schleppend. Im erfolgreichsten Markt Italien liegt die Verbreitung nach den Angaben gerade bei einem Prozent. In Südkorea schaut jeder Zehnte Fernsehen auf seinem Handy. In Deutschland zeigte sich das geplante Betreiberkonsortium der Mobilfunkanbieter Vodafone, T-Mobile und O2 zuversichtlich, dass ab dem kommenden Jahr den Kunden Handy-TV zugänglich gemacht werden kann.
Das Bundeskartellamt signalisierte dem Konsortium am Mittwoch in Bonn grünes Licht. Nach derzeitiger Einschätzung führe das Vorhaben fusionskontrollrechtlich nicht zur Entstehung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung der Beteiligten, teilte die Behörde mit. Die drei Mobilfunkanbieter hatten im April die Gründung des Konsortiums angemeldet. Ab Frühjahr kommenden Jahres sollen in Deutschland mindestens 16 Programme mit dem Standard DVB-H (Digital Video Broadcasting-Handheld) über das Handy empfangbar sein.
Brüssel will nun vor allem eine gemeinsame technische Norm für die Übertragungen vorantreiben. Da eine im März 2006 gebildete Expertengruppe aus Vertretern von Geräteherstellern, der Software- und Rundfunkbranche sowie der Inhaltsanbietern sich nicht auf einen gemeinsamen Weg einigen konnte, übernimmt die Kommission die Federführung.
Sie setzt auf DVB-H (Digital Video Broadcasting for Handhelds), ein neues Übertragungsverfahren für den Multimediaempfang auf mobilen Endgeräten. DVB-H baut auf den Übertragungstechniken des digitalen terrestrischen Fernsehens (Digital Video Broadcasting Terrestrial) DVB-T auf und ist speziell den Bedürfnissen und Eigenschaften mobiler Geräte angepasst.
DVB-H sei bereits in 18 europäischen Ländern erfolgreich eingeführt oder erprobt worden, hieß es. Kritik, die EU lege sich zu schnell auf eine Technik fest, wies ein Kommissionssprecher zurück. Vielmehr werde die Kommission die Norm ins EU-Verzeichnis aufnehmen, womit alle 27 EU-Mitglieder verpflichtet sind, die Verwendung zu fördern. Die Mitgliedsländer müssten so schnell wie möglich Frequenzen bereitstellen. Bei der Regulierung des neuen Marktes will sich Brüssel sehr zurückhaltend verhalten.
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