EU greift Energiekonzerne an - Trennung von Produktion und Netzbetrieb
Kern des Pakets ist laut dem Bericht, dass die Produktion und der Verkauf von Strom und Gas künftig strikt getrennt werden müssen vom Betrieb der überregionalen Übertragungsnetze. Unternehmen, die bisher in beiden Bereichen tätig waren, müssen die Kontrolle über ihre Netze abgeben - davon wären besonders die großen deutschen Versorger betroffen.
Die Entwürfe der Kommission sehen dabei zwei Alternativmodelle vor: Entweder verkaufen die Konzerne ihre Übertragungsnetze an einen unabhängigen Investor. Oder sie gliedern die Netze an einen "unabhängigen Systembetreiber" aus, dem sie das gesamte Netzmanagement einschließlich der Investitionsentscheidungen abtreten. Politik und Wirtschaft zeigen sich bislang allerdings wenig begeistert von dem Vorschlag. Die Bundesregierung habe schon, unterstützt von Frankreich, Österreich und sechs weiteren Mitgliedstaaten, massiven Widerstand gegen eine Zerschlagung der Versorger angekündigt. Andere EU-Länder, etwa Großbritannien, befürworten eine Aufspaltung. Die Mitgliedsländer müssen dem Gesetzespaket des EU-Rates mehrheitlich zustimmen, damit es in Kraft treten kann.
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