Estland vertagt Beratungen zur Ostseepipeline auf nächste Woche
dpa
Tallinn (AFP) - Estland hat seine Entscheidung über einen Antrag des deutsch-russischen Pipelinebetreibers Nord Stream vertagt, den Meeresgrund vor der estnischen Küste für den Bau seiner Gaspipeline durch die Ostsee zu untersuchen. Der Ministerrat werde sich kommenden Donnerstag erneut mit der Frage befassen, teilte die Regierung am Donnerstag in der Hauptstadt Tallinn mit. Sie hatte ihre Antwort ursprünglich vor Ende September zugesagt.
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Der Antrag des Konsortiums, an dem neben den deutschen Unternehmen E.on und BASF vor allem der russische Gazprom-Konzern beteiligt ist, spaltet derzeit die estnische Koalitionsregierung. Während die Reformpartei von Ministerpräsident Andrus Ansip dem Antrag eher positiv gegenübersteht, lehnt ihn der konservative Bündnispartner Pro Patria-Res Publica vehement ab. Er befürchtet, Moskau könnte die Pipeline als Vorwand nehmen, um das Gebiet stärker zu überwachen.
Die deutsch-russische Betreibergesellschaft will den geplanten Streckenverlauf der Gasleitung verlegen - statt in finnischen Gewässern soll die Trasse nun weiter südlich durch den estnischen Teil der Ostsee führen. Außenminister Urmas Paet warnte am Donnerstag, sein Land könne nicht einfach Nein zu dem Projekt sagen: "Uns steht es nicht frei, Entscheidungen allein aufgrund von Gefühlen zu treffen, sondern wir müssen auch andere Aspekte in unsere Überlegungen mit einbeziehen." Die Pipeline, die Deutschland und Russland verbinden soll, ist auch in den anderen Baltenstaaten sowie in der Ukraine und Polen höchst umstritten. Die Länder fürchten Umsatzeinbußen für eigene Gasleitungen sowie Umweltschäden durch den Bau der Untersee-Leitung.
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