Erwärmung der Dauerfrostböden bedeutet Unmengen an Treibhausgasen

dpa | 18.02.2011
Bild: CO2-Emission vom Kraftwerk


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Washington - Laut einer neuen Studie wird die globale Erwärmung ein bis zwei Drittel der weltweiten Dauerfrostböden bis 2200 auftauen. Dadurch müsse die Atmosphäre voraussichtlich etwa 190 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Form klimaschädlicher Treibhausgase zusätzlich verkraften. Davor warnen Forscher des US-Schnee- und Eisdatenzentrums NSIDC an der Universität von Colorado in der am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Studie. Daher seien die gegenwärtig angestrebten Klimaschutzziele vermutlich viel zu niedrig.


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In den sogenannten Permafrostböden, die zum Beispiel in Kanada und Russland vorkommen, lagern seit der letzten Eiszeit große Mengen an gefrorenen Pflanzenresten. Tauen sie, fangen sie an zu verrotten und setzen Treibhausgase frei - besonders das stark klimaschädliche Methan (CH4), aber auch Kohlendioxid (CO2).

"Die Menge an freigesetztem Kohlenstoff entspricht der Hälfte des Kohlenstoffs, der seit dem Beginn des industriellen Zeitalters freigesetzt worden ist", erläuterte NSIDC-Forscher Kevin Schaefer. Das sei rund ein Fünftel der Menge, die sich heute in der Atmosphäre befinde. Diese zusätzlichen Emissionen müssten bei der Definition von Klimaschutzzielen eingerechnet werden. "Es ist sowieso schon schwierig genug, unsere Emissionen zu senken, aber nun werden wir sie noch mehr senken müssen", sagte Schaefer.

Für ihre Studie erstellten die Forscher ein Modell des Zerfalls pflanzlichen Materials unter den Klimabedingungen, die gängigen Annahmen zufolge im Jahr 2200 herrschen werden. Dabei gingen sie von einer Erwärmung der weltweiten Durchschnittstemperatur um zwei bis drei Grad Celsius aus.

Unterdessen hat die Wirtschaftskrise in den USA den Treibhausgasausstoß im Jahr 2009 auf den niedrigsten Wert seit 1995 gesenkt, wie die US-Umweltbehörde EPA berichtete. Die Emissionen sanken demnach um 6 Prozent im Vergleich zu 2008, lagen damit aber noch um 7,4 Prozent über der Menge von 1990. 1990 wird in der Regel als Basisjahr bei der Aufstellung von Klimaschutzzielen genommen.



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