Erstes Kompetenzzentrum für Erdwärme - Experte sieht grosse Reserven

dpa | 26.10.2005
Bild: Stromleitungen


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Neubrandenburg (dpa) - Das bundesweit erste Kompetenzzentrum für Erdwärme- und Solenutzung (Geothermie)ist am Mittwoch in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) eröffnet worden. Das "GeothermieForum" soll die Nutzung dieser umweltfreundlichen Energie fördern, sagte der Geschäftsführer der Geothermie Neubrandenburg GmbH (GTN), Peter Seibt, der dpa. Bundesweit gebe es zahlreiche "heisse Quellen", aber erst 15 Anlagen, die Thermalwasser aus bis zu 3500 Metern Tiefe für Heizzwecke und die Stromerzeugung nutzen.

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In dem Kompetenzzentrum der GTN und der Stadt Neubrandenburg sollen potenzielle Betreiber solcher Anlagen eine Übersicht über die Möglichkeiten von Erdwärme erhalten und geschult werden. "Das Potenzial wird in Europa und Deutschland erst zu Bruchteilen genutzt", sagte der Fachmann. Gute Möglichkeiten gebe es unter anderem im Grossraum München, um Landau in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen, wo in Kürze neue Anlagen entstünden.

Die Nutzung der Erdwärme sei vor allem in Wohnsiedlungen interessant. In Heizwerken werde Energie aus den warmen Quellen für Heizzwecke ins Fernwärmenetz geleitet. Zudem werde über Turbinen Strom gewonnen, dessen Einspeisung ins Netz vergütet werde.

Mecklenburg-Vorpommern habe bei Nutzung der Erdwärme eine Vorreiterrolle. In Waren/Müritz arbeitet das älteste deutsche Geothermie-Heizwerk, in Neustadt-Glewe (Kreis Ludwigslust) das bundesweit modernste geothermische Kraftwerk. In Neubrandenburg betreiben die Stadtwerke einen geothermischen Speicher in 1000 Metern Tiefe. Dort wird in Verbindung mit einem Gas- und Dampfkraftwerk das im Sommer nicht zum Heizen benötigte heisse Wasser in die Tiefe gepumpt. Das etwa 80 Grad warme Wasser kann laut Seibt bei Bedarf ohne grossen Wärmeverlust wieder eingesetzt werden.

Die Palette der geothermischen Nutzungsmöglichkeiten reicht bis zur Gesundheitswirtschaft. So würden Badesalz und Naturkosmetika aus der in Waren geförderten Thermalsole gewonnen. "Wir wollen künftig über einen eigenen Verein, der das Zentrum betreibt, einen kompletten Überblick über die Geologie, das technisch Mögliche und die Wasseraufbereitung anbieten, kündigte Seibt an.



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