Erste Rohre für Ostsee-Pipeline werden ab Mai geliefert

AFP, Verivox
Bild: palniki gazowe



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Berlin (AFP) - Die ersten Rohre für den Bau der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline werden in wenigen Wochen an die Küste geliefert. Wie die Betreibergesellschaft Nord Stream und die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilten, werden ab Mai insgesamt 60.000 Rohre vom Hersteller in Mülheim an der Ruhr nach Sassnitz auf der Insel Rügen transportiert. Ab dann sollten mehr als zwei Jahre lang wöchentlich 15 Züge mit den Rohren quer durch Deutschland verkehren, hieß es. Laut Nord Stream stammen 75 Prozent der Ostsee-Pipeline-Rohre aus Deutschland, das restliche Viertel wird von russischer Seite geliefert.

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Ein Nord-Stream-Sprecher sagte AFP, die Rohre sollten in zwei Werken mit Beton ummantelt werden, um besser am Meeresgrund verlegt werden zu können. Für die russischen Rohre werde dieser Arbeitsgang im finnischen Kottka erledigt. Die deutschen Rohre sollen demnach in einem Werk ummantelt werden, das eigens am Eisenbahnfährhafen in Mukran/Sassnitz errichtet werden soll. Nach der Ummantelung werden die Rohre demnach teils auf einen Stützpunkt auf der Insel Gotland gebracht, der in der Mitte der geplanten Pipeline-Trasse liegt. Von dort aus sollen sie mit Schiffen an die Orte gebracht werden, wo sie verlegt werden sollen.

Der Nord-Stream-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, derzeit würden die nötigen Genehmigungen für den Baubeginn beantragt. Das Konsortium, zu dem neben dem russischen Gazprom-Konzern die deutschen Unternehmen BASF und Eon gehören, hoffe, im Jahr 2009 mit dem Bau beginnen zu können. Das Unternehmen wolle durch die Lieferung der Rohre nicht der Erteilung der Genehmigung vorgreifen, sagte der Sprecher. Es sei aus logistischen Erwägungen aber nötig, schon jetzt damit zu beginnen.

Die 1200 Kilometer lange Ostsee-Pipeline soll bis Ende 2010 gebaut werden und ab Anfang 2011 große Mengen an Erdgas auf dem Meeresgrund von Russland nach Deutschland leiten. Das Projekt stößt auf scharfen Widerstand vieler osteuropäischer Staaten. Bisher war das russische Erdgas mit Pipelines über das Territorium der Länder nach Deutschland geleitet worden. Viele Staaten fürchten nun, dass es für Russland künftig leichter werden könnte, die Gaslieferungen an sie auszusetzen, weil Westeuropa dadurch nicht mehr betroffen wäre.



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