Erneut bergbaubedingtes Erdbeben im Saarland
dpa
Lebach/Saarbrücken (dpa) - Im Saarland hat am vergagenen Pfingstwochenende im Raum Lebach (Kreis Saarlouis) erneut die Erde gebebt. Bei der Polizei brachen nach den bergbaubedingten Erschütterungen wegen hunderter Anrufer die Telefonleitungen zusammen. Bis zum Montagmittag erstatteten 27 Menschen Anzeige wegen Sachbeschädigung. Mit weiteren Schadensmeldungen rechnen die Beamten in den kommenden Tagen. Anfang des Jahres berichteten 70 Lebacher nach gleich starken Erdstössen über Risse an Hauswänden, zerborstene Glasscheiben oder herabgefallene Bilderrahmen in den Wohnungen.
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Das abbaubedingte Beben hatte eine Stärke von 3,4 auf der Richterskala, wie der Saarländische Rundfunk am Sonntag unter Berufung auf Angaben der Universität Freiburg berichtete. Die Erschütterungen seien um 15.46 Uhr gemessen worden. Das Beben am Sonntag war in diesem Jahr das Dritte dieser Stärke. Nach einem starken Beben am vergangenen Dienstag hatten vor dem Lebacher Rathaus mehr als 2000 Menschen gegen den weiteren Kohleabbau protestiert.
Die saarländischen Landtags-Grünen forderten angesichts der erneuten Erschütterungen einen schnellen Abbaustopp unter Wohngebieten. Gezielte Sprengungen der Deutschen Steinkohle AG (DSK) hätten offensichtlich nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Auch forderte der saarländische Grünen-Fraktionsvorsitzende, Hubert Ulrich, die Landesregierung auf, ein verbindliches Konzept zum Ausstieg aus dem Steinkohle-Abbau im Saarland zu entwickeln.
Saar-Ministerpräsident Peter Müller (CDU) hatte sich trotz wiederholter bergbaubedingter Erdbeben in seinem Land bereits im Februar gegen eine sofortige Stilllegung des Steinkohlebergbaus ausgesprochen. "Damit wären 6000 Menschen plötzlich ohne Arbeit", sagte Müller damals.
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