Erdbeben in Basel bringt Erdwärme nach Fachmeinung in Misskredit
Bei dem baslerischen Geothermie-Projekt war Wasser in rund fünf Kilometern Tiefe mit hohem Druck ins Gestein gepresst worden. Dieses sollte zerklüftet werden, um später Wasser zur Wärmegewinnung hindurch leiten zu können. Ziel ist ein Erdwärme-Kraftwerk.
"Das Ereignis, das in Basel passiert ist, war geeignet, um kleine Verputzrisse in Gebäuden zu erzeugen, aber nicht, um Menschen zu gefährden", erläuterte der Leiter der Erdbebenwarte in Bensberg bei Köln, Klaus-Günter Hinzen. Bei Eingriffen in den Untergrund gebe es immer Erschütterungen - ob beim Tunnelbau, im Bergbau oder bei der Öl- und Gasförderung. Bei einem Eingriff in einem kritischen Spannungsfeld müsse die Frage gestellt werden, ob dies ein Tropfen sein könnte, der das Fass zum Überlaufen bringe.
Der baslerische Projektleiter und Geophysiker Markus Häring sagte: "Uns ist bewusst gewesen, dass wir Erschütterungen kreieren werden." Informationen zu diesem Risiko seien im Vorfeld in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen worden. Die Erdstöße bezeichnete er als "unliebsame Erfahrung". Durch die Erdbeben hätten die Experten zwar einen einmaligen und wertvollen Datensatz gewonnen, aber "die Leute waren sehr erschrocken", sagte Häring. Es habe auch ein politisches Nachbeben gegeben.
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