Erdbeben in Basel bringt Erdwärme nach Fachmeinung in Misskredit

dpa | 26.03.2007
Bild: Stromleitungen


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Aachen/Basel (dpa) - Das Basler Erdwärme-Projekt und die dadurch ausgelösten Erdbeben haben die Geothermie nach Expertenmeinung in Misskredit gebracht. "Das Kind ist in den Brunnen gefallen, und darunter leidet die Geothermie in großem Maße", sagte Reinhard Jung vom Hannoveraner Leibniz-Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben am Montag bei der Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft in Aachen. Ziel müsse es sein, Erschütterungen bei der Zerklüftung tief liegenden Gesteins auf ein für den Menschen nicht mehr spürbares Maß zu senken. In Basel hatte ein mittlerweile gestopptes Erdwärme- Projekt mindestens sieben kleinere Erdbeben in dreieinhalb Monaten ausgelöst.

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"Ich bin nicht der Meinung, die Menschen müssen sich an diese Erschütterungen gewöhnen", sagte Jung. "In zehn Jahren kennen wir die Mechanismen so gut, dass wir Beben mit Schäden ausschließen können." Das baslerische Projekt gelte als eines der führenden, aber auch als "etwas riskant", weil es im Stadtgebiet liege. Erdwärme sei jedoch unverzichtbar. Sie habe ein ungeheures Potenzial, sei überall verfügbar und verbrauche an der Erdoberfläche wenig Platz, betonte Jung.

Bei dem baslerischen Geothermie-Projekt war Wasser in rund fünf Kilometern Tiefe mit hohem Druck ins Gestein gepresst worden. Dieses sollte zerklüftet werden, um später Wasser zur Wärmegewinnung hindurch leiten zu können. Ziel ist ein Erdwärme-Kraftwerk.

"Das Ereignis, das in Basel passiert ist, war geeignet, um kleine Verputzrisse in Gebäuden zu erzeugen, aber nicht, um Menschen zu gefährden", erläuterte der Leiter der Erdbebenwarte in Bensberg bei Köln, Klaus-Günter Hinzen. Bei Eingriffen in den Untergrund gebe es immer Erschütterungen - ob beim Tunnelbau, im Bergbau oder bei der Öl- und Gasförderung. Bei einem Eingriff in einem kritischen Spannungsfeld müsse die Frage gestellt werden, ob dies ein Tropfen sein könnte, der das Fass zum Überlaufen bringe.

Der baslerische Projektleiter und Geophysiker Markus Häring sagte: "Uns ist bewusst gewesen, dass wir Erschütterungen kreieren werden." Informationen zu diesem Risiko seien im Vorfeld in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen worden. Die Erdstöße bezeichnete er als "unliebsame Erfahrung". Durch die Erdbeben hätten die Experten zwar einen einmaligen und wertvollen Datensatz gewonnen, aber "die Leute waren sehr erschrocken", sagte Häring. Es habe auch ein politisches Nachbeben gegeben.



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