E.ON verkauft amerikanisches Strom- und Gasgeschäft
Düsseldorf - Der Energieriese E.ON verkauft sein amerikanisches Strom- und Gasgeschäft für 7,6 Milliarden US-Dollar (rund 5,7 Milliarden Euro) an die amerikanische PPL Corporation (Allentown/Pennsylvania). Mit dem Erlös will Deutschlands größter Energieversorger vor allem Schulden abbauen. Das teilte das Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag in Düsseldorf mit. Mit dem Verkauf war bereits seit einiger Zeit gerechnet worden; er muss jedoch noch von den amerikanischen Behörden genehmigt werden. E.ON drückt ein Schuldenberg von über 40 Milliarden Euro.
"Mit der Abgabe von E.ON US trennen wir uns von einem leistungsstarken und soliden Geschäft, das aber für E.ON wenig Spielraum für eine strategische Weiterentwicklung bietet", wurde Vorstandschef Wulf H. Bernotat zitiert. Der 61-Jährige, der Anfang Mai seinen Posten räumt, hatte für das vergangene Geschäftsjahr erstmals seit mehreren Jahren Rückgänge bei Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen. 2009 setzte E.ON 82 Milliarden Euro um, der um Zukäufe bereinigte Konzernüberschuss betrug 5,3 Milliarden Euro.
Der Konzern habe mit dem Verkauf bereits jetzt sein Ziel übertroffen, bis Ende des Jahres 10 Milliarden Euro aus der Abgabe von Beteiligungen zu erzielen. E.ON US hatte vor allem Kunden im Bundesstaat Kentucky mit Strom und Gas beliefert. Der Umsatz betrug zuletzt rund 1,8 Milliarden Euro und der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) rund 384 Millionen Euro. 3100 Mitarbeiter arbeiten für E.ON US.
Nicht betroffen von dem Verkauf ist das Geschäft mit erneuerbaren Energien in den Vereinigten Staaten, das unter dem Dach der E.ON Climate & Renewables North America weitergeführt werde. Vor rund vier Wochen hatte der Düsseldorfer Konzern noch den Verkaufsprozess für sein italienisches Gasnetz gestoppt - die Angebote potenzieller Käufer waren hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
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