E.ON schluckt Ruhrgas komplett
dpa | 07.03.2003
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Ein Jahr nach dem Antrag auf eine Ministererlaubnis hat der Stromriese E.ON den führenden deutschen Gasimporteur Ruhrgas komplett geschluckt. Von den Mineralölkonzernen ExxonMobil und Shell sowie dem Touristikkonzern TUI (früher Preussag) seien jetzt die restlichen 40 Prozent an der Ruhrgas AG in Essen übernommen worden, teilte die E.ON AG am Freitag in Düsseldorf mit. Der Kaufpreis für die 40 Prozent betrage 4,1 Milliarden Euro. Den Erwerb dieser Anteile hatte sich E.ON im vergangenen Juli gesichert. Allein der TUI dürften entsprechend ihrer Beteiligung an Ruhrgas schätzungsweise 270 Millionen Euro aus den E.ON-Kassen zufliessen.
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Für die Mehrheitsübernahme bei Ruhrgas in Höhe von 60 Prozent hatte Deutschlands grösster Energiekonzern im vergangenen September eine Ministererlaubnis mit verschärften Auflagen erhalten. Mit den Konkurrenzunternehmen, die gegen diesen Zusammenschluss vor Gericht gezogen waren, einigte sich E.ON Ende Januar aussergerichtlich. Die Übernahme der Ruhrgas, die vom Kartellamt und Verbraucherschützern abgelehnt wurde, kostete E.ON insgesamt 10,2 Milliarden Euro. Der Energiekonzern kaufte bereits Ruhrgas-Anteile von BP, ThyssenKrupp, Vodafone und RWE. Der Bergbaukonzern RAG erhielt im Gegenzug zu seinem Ruhrgas-Anteil Aktien der E.ON-Spezialchemietochter Degussa.
Ruhrgas strebt unterdessen eine Erhöhung ihres Anteils am grössten russischen Gaskonzern Gasprom auf bis zu acht Prozent an. Innerhalb der vergangenen Monate hatte das Essener Unternehmen seinen Anteil an Gasprom bereits schrittweise von 5,0 auf 5,7 Prozent gesteigert.
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