E.ON prüft Verkauf von Stadtwerke-Tochter Thüga
Berlin/Bonn - Der Energieriese E.ON prüft nach eigenen Angaben den Verkauf seiner Stadtwerke-Tochter Thüga. Ein möglicher Verkauf werde gründlich geprüft, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Zu Thüga gehören hunderte Stadtwerke, vergangenes Jahr machte das Unternehmen 15,5 Milliarden Euro Umsatz. Erst am Dienstag hatte der Bundesgerichtshof der Macht von E.ON Einhalt geboten: Nach einer Grundsatzentscheidung darf das Unternehmen künftig keine weiteren Beteiligungen an Stadtwerken kaufen, um damit den eigenen Stromabsatz zu sichern. Im aktuellen Fall verboten die Karlsruher Richter E.ON wegen der bereits marktbeherrschenden Stellung, sich an den Stadtwerken Eschwege zu beteiligen. E.ON ist der größte deutsche Energieversorger.
Das Bundeskartellamt erklärte, die Behörde begrüße einen möglichen Thüga-Verkauf. Dies wäre ein wichiger Beitrag "zur Schaffung wettbewerblicher Strukturen im Energiesektor". Mit der Thüga würden viele deutsche Stadtwerke und Regionalversorger aus dem E.ON-Einflussbereich herausgelöst, "darunter bedeutende Versorgungsunternehmen mit eigenen Stromerzeugungskapazitäten und überregionalen Marktauftritten". Ein Verkauf setze "an einem der wichtigsten Wettbewerbshindernisse an", nämlich "dem hohen Verflechtungsgrad auf der Vertriebsstufe". Damit werde einerseits alternativen Energielieferanten der Zugang zu Weiterverteilerkunden in Deutschland erschwert, andererseits bleibe der Wettbewerb um die Endverbraucher eingeschränkt.
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