E.ON: Pannen im Atommeiler Krümmel schaden Kernkraft-Image
dpa | 16.07.2007
Düsseldorf (dpa) - Die Pannen im Atomkraftwerk Krümmel schaden nach Einschätzung des Energiekonzerns E.ON dem Image der Kernkraft. "Die Vorfälle der letzten Wochen sind für die Kernkraft und die aktuelle Diskussion alles andere als dienlich", sagte Unternehmenssprecher Jens Schreiber auf Anfrage am Samstag in Düsseldorf. Er sprach von ärgerlichen Vorkommnissen beim Betreiber Vattenfall, die aber dennoch nichts daran änderten, dass deutsche Kernkraftwerke zu den sichersten weltweit zählten. E.ON ist am Meiler Krümmel wie auch am dem Meiler Brunsbüttel beteiligt.
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Zu einem Bericht des Magazins "Spiegel", dem zufolge der Vattenfall-Konzern erwägt, seine Betreiberlizenz für Krümmel und den Meiler Brunsbüttel an den Düsseldorfer Konkurrenten abzugeben, wollte der E.ON-Sprecher keine Stellung nehmen. E.ON sei an einer "ganzen Reihe" von Kernkraftwerken in Deutschland beteiligt. Laut "Spiegel" führten Vattenfall und E.ON bereits erste Gespräche. Beim Essener Energiekonzern RWE hieß es zu den Pannen, die Entwicklung werde mit großer Sorge verfolgt. Die "Berliner Zeitung" berichtete, das Krisenmanagement von Vattenfall habe bei E.ON und RWE große Verärgerung ausgelöst.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) forderte die Energiekonzerne auf, alte Atomkraftwerke schneller abzuschalten und ihre Restlaufzeiten auf neue Meiler zu übertragen. Wenn alte Atommeiler abgeschaltet würden und jüngere dafür länger liefen, sinke das Risiko und steige die nukleare Sicherheit, sagte Gabriel der "Sächsischen Zeitung" (Montag). Die Vorfälle in den Kraftwerken Brunsbüttel und Krümmel seien keine Werbeveranstaltungen für die Verlängerung von AKW-Laufzeiten.
Vattenfall räumte nach heftiger Kritik Kommunikationsprobleme beim Kraftwerkspersonal ein. Der Meiler Krümmel bei Hamburg war am 28. Juni vom Netz gegangen und steht seither still.
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