E.ON: Menschliche Fehleinschätzungen Grund für Stromausfall
Um diese Überlastungen auszugleichen, seien in einem Umspannwerk mehrere Leitungen zusammengeschaltet worden. Entgegen der Einschätzung der Mitarbeiter in der Netzleitstelle habe das zum gegenteiligen Effekt geführt, die Belastung sei schlagartig angestiegen. Das habe eine automatische Abschaltung ausgelöst. Der Ausfall dieser zweiten Leitung habe schließlich einen Dominoeffekt und damit eine vorübergehende Trennung des europäischen Verbundnetzes ausgelöst.
Vor der Abschaltung der Leitung über die Ems führten die zuständigen E.ON-Mitarbeiter Maubach zufolge eine Simulationsrechnung durch, die bestätigte, dass das Netz auch nach der Abschaltung keine Grenzwertverletzungen verursachen würde. Tatsächlich seien aber Warnmeldungen aufgelaufen, die auf das Erreichen dieser Grenzwerte hingewiesen hätten. Die E.ON-Mitarbeiter telefonierten mit den RWE- Kollegen in Landesbergen, wo die Netze von E.ON und RWE ineinander übergehen. Dabei hätten sie Hinweise auf eine hohe Netzauslastung sowie Informationen über die Belastungrenze der Leitung erhalten.
Diese Hinweise hätten die E.ON-Mitarbeiter veranlassen sollen, "im Rahmen ihres Ermessen" vor Freigabe des Schiffstransports in der Ems eine weitere zusätzliche Simulationsrechnung vorzunehmen, sagte Maubach. Es hätte also überprüft werden müssen, ob das Stromnetz auch nach Abschaltung der Emsleitung auch den Ausfall einer weiteren Leitung verkraftet hätte. Eine solche Überprüfung stehe in sachgerechtem Ermessen der Mitarbeiter. In diesem Fall wäre sie aber sinnvoll gewesen.
Maubach betonte, es handele sich um zwei langjährige und erfahrene Mitarbeiter. Bis zur endgültigen Klärung des Sachverhaltes seien sie vom Schichtdienst ausgenommen.
Der erste Untersuchungsbericht wurde von E.ON am Mittwochvormittag der Bundesnetzagentur zur Überprüfung übergeben. Die Agentur will sich E.ON zufolge am Freitag zu den vorgelegten Ergebnissen äußern.
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