E.ON erhält im Ringen um Endesa überraschend einen neuen Rivalen
Zuvor hatte die EU-Kommission angekündigt, am Dienstag den Druck auf die Regierung in Madrid erhöhen zu wollen. Auf dem Programm der Kommissare in Straßburg stehe ein Beschluss, demzufolge die spanischen Auflagen für den deutschen E.ON-Konzern ganz überwiegend illegal sind, hieß es am Montag in Brüssel. Mit einer solchen Entscheidung könnte E.ON vor einem spanischen Gericht gegen die weit reichenden Bedingungen klagen, auch auf Schadenersatz.
Die Kommission hatte die Endesa-Übernahme durch E.ON im Wert von rund 27 Milliarden Euro im April ohne Auflagen gebilligt. Die CNE hatte hingegen 19 Bedingungen für E.ON gemacht, unter anderem die Abgabe der Atom- und Kohlekraftwerke von Endesa. Die spanische Regierung hatte sich Mitte des Monats zwar zur Lockerung der Auflagen bereit erklärt. Eine konkrete Entscheidung dazu wurde jedoch Brüssel bisher nicht mitgeteilt.
Der lange Übernahmekampf hat den Börsenwert Endesas mittlerweile in die Höhe getrieben. Die Aktie ging am Montag bei 29,40 Euro aus dem Handel. Konzernchef Manuel Pizarro hatte schon vor einiger Zeit klar gemacht, dass er einen Preis von mindestens 30 Euro pro Aktie erwarte.
Acciona wird mit dem Erwerb größter Aktionär von Endesa, knapp vor dem bisher größten Kapitaleigner Caja Madrid. Die Sparkassenkette verfügt nach spanischen Medienberichten über 9,94 Prozent der Endesa-Anteile. Der Baukonzern Acciona mit Sitz in Alcobendas bei Madrid war 1997 aus einer Fusion mehrerer Unternehmen hervorgegangen. Er ist bereits in der Energiewirtschaft tätig, vor allem in Bereichen alternativer Energieformen wie der Sonnen- und Windenergie.
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