E.ON-Chef warnt vor Strom-Engpass ab 2012

dpa | 05.12.2008
Bild: Stromleitungen

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München - Der E.ON-Chef Wulf Bernotat rechnet mit einem Strom-Engpass. Schon 2012 könne Deutschland seinen eigenen Bedarf nicht mehr decken, sagte der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Energieversorgers der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag). Nur längere Laufzeiten für Atommeiler und neue Gas- und Kohlekraftwerke könnten die Stromlücke verhindern. "Es muss dafür auf jeden Fall einen Politikwechsel geben", sagte Bernotat. Wegen der aktuellen Wirtschaftskrise werde nicht weniger Strom verbraucht.


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"Trotz Energieeinsparung und trotz Wirtschaftskrise dürfte der Stromverbrauch in Deutschland in diesem Jahr wieder leicht angestiegen sein." Die Diskussion um die Energiesicherheit in Europa werde zunehmen, erwartet der E.ON-Chef. Denn im verfahrenen Energiestreit zwischen Russland und der Ukraine bereitet sich sein Konzern auf eine neue Eskalation in den nächsten Wochen vor.

"Die Ukraine hat kein Geld aber Schulden über 2,5 Milliarden Dollar. Das Land kann die alten und neuen Gaslieferungen einfach nicht bezahlen." Der russische Energiekonzern Gazprom werde deshalb die Lieferungen möglicherweise einstellen müssen, sagte Bernotat. Die Folgen des Streits wären auch in Westeuropa spürbar. Die Versorgung in Deutschland sei aber sichergestellt: "Wir verfügen im Westen über ausreichende Speicherkapazität."

Video: So funktioniert der Stromanbieterwechsel

 

Beim Verkauf des Stromnetzes geht Bernotat davon aus, dass es im Frühjahr losgeht. Es hätten sich viele Interessenten gemeldet, Namen wollte der E.ON-Chef aber nicht nennen. "Es gibt zwei Gruppen. Einmal sind das die Infrastrukturinvestoren, die offenkundig jetzt noch genug Kapital zur Verfügung haben. Dann gibt es strategische Investoren, die im Ausland Netze betreiben und gerne nach Deutschland kommen würden."

Zu der Idee einer einheitlichen Deutschen Netz AG sagte Bernotat, es sei denkbar, "dass es zunächst zu einer kleinen Netz AG zwischen E.ON und Vattenfall kommt. Vattenfall und wir schließen das zumindest nicht aus. Und vielleicht kommt dann so viel Bewegung in das Thema, dass die anderen großen Netzbetreiber folgen." Von politischer Seite gebe es intensive Bemühungen, die vier großen Betreiber zusammenzubringen. Der Moderator der Bundesregierung wolle seinen Bericht noch vor Weihnachten abschließen.



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