E.ON-Chef: Neuaufstellung - keine Kapitalbeteiligung von Gazprom
Hamburg - E.ON-Chef Johannes Teyssen sieht mehr als ein Jahr nach seinem Amtsantritt bei Deutschlands größtem Energiekonzern noch erheblichen Handlungsbedarf. E.ON sei noch längst kein "High-Performer". So zitierte das "Manager Magazin" in einem Vorabbericht aus einem Gespräch mit dem Manager. Besonders in der Verwaltung und Steuerung des Unternehmens sieht Teyssen Handlungsbedarf.
Teyssen betonte dem Bericht zufolge, E.ON wolle in Zukunft wieder wachsen. Vorrangige Aufgabe im Moment sei es aber, das Geschäft abzusichern und neu aufzustellen. "Wenn wir das jetzt nicht richtig machen, werden wir die wachstumsstarke Zukunft nicht mehr erleben", zitierte das Blatt den Konzernchef.
Teyssen will das nun beginnende zweite Jahr seiner Amtszeit für interne Reformen nutzen. "Wir sind operativ besser als in der Verwaltung und Steuerung des Konzerns", sagte er. Auf die Frage, ob E.ON Personal abbauen müsse, ging der Manager nicht direkt ein. Er sagte: "Wir müssen möglichst effiziente, flexible Beschäftigungsstrukturen aufbauen, die zur Strategie passen." Unklar blieb dabei, ob das Kostensenkungsprogramm des Konzerns ausgeweitet werden soll. In Bezug auf künftiges Wachstum zeigte sich Teyssen äußerst vorsichtig. Wachsen wolle er unter "möglichst zurückhaltender Nutzung des Kapitals". Es ginge nicht, wie früher, nach der Devise "kaufen, kaufen, kaufen".
Zurückhaltung bei Expansionsplänen - aber kein Einstieg von Gazprom
In Bezug auf die Expansionspläne ins außereuropäische Ausland hielt sich der E.ON-Chef weiterhin bedeckt. Der Rahmen der Zielregionen sei stärker eingegrenzt worden. Der Konzern strebe in den neuen Zielländern "Cluster" an, also mehrere Kraftwerke in einer Region, die gemeinsam kostensparend bewirtschaftet werden könnten. Insellösungen, also einzelne autonome Kraftwerke, soll es nicht geben.
Zum Thema Gazprom sagte Teyssen, dass E.ON in Gesprächen mit dem russischen Gasriesen Gazprom nicht über einen Einstieg der Russen verhandelt habe. "Über eine Kapitalbeteiligung haben wir nicht gesprochen", so Teyssen in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem "Manager Magazin" (22. Juli). Teyssen war vor kurzem mit Gazprom-Chef Alexej Miller zu Vier-Augen-Gesprächen zusammengekommen. E.ON-Konkurrent RWE
Auch werde nicht nach einem anderen Großaktionär gefahndet, wie Teyssen weiter ausführte. "Wir haben noch nie gezielt nach einem Ankeraktionär gesucht. Und wir haben unsere Partner nicht gefragt, ob sie E.ON-Aktien kaufen wollen, sondern ob sie mit uns in Offshore-Technologie investieren wollen", sagte er. Schon am Wochenende hatte der E.ON-Chef klargestellt, dass das Unternehmen "als Ganzes" keinen strategischen Partner suche. Kooperationen bei einzelnen Projekten seien aber möglich, etwa bei der Erdgasförderung und bei Windenergieprojekten.
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