E.ON-Chef fordert deutschlandweite Stromnetz-Gesellschaft
AFP, Verivox
Düsseldorf (AFP) - Der Chef des deutschen Energieriesen E.ON, Wulf Bernotat, hat sich für die Gründung einer deutschlandweiten Stromnetz-Gesellschaft ausgesprochen. Das Nebeneinander von vier Übertragungsnetzgesellschaften sei das Ergebnis historischer Zufälligkeiten und "nie ganz optimal gewesen", sagte er dem Handelsblatt vom Dienstag. Jetzt biete sich die Chance, das zu ändern, fügte Bernotat hinzu. Der Staat könne dabei als Moderator einen Beitrag leisten und "damit im Interesse aller Beteiligten und des Landes wirken". Forderungen, das Netz zu verstaatlichen, lehnte Bernotat ab.
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E.ON hatte kürzlich überraschend angekündigt, sich von seinem Übertragungsnetz trennen zu wollen. Das Unternehmen hatte sich mit der EU-Kommission auf diesen Schritt geeinigt. Im Gegenzug ist die EU bereit, Kartellverfahren gegen den deutschen Versorger einzustellen. Auch der deutsche Energiekonzern RWE hat Medienberichten zufolge Pläne für eine Ausgliederung des Stromnetzes. Unternehmenschef Jürgen Großmann strebt demnach offenbar die Gründung einer länderübergreifenden europäischen Netzgesellschaft an.
Die Trennung des Stromnetzes von der Stromproduktion wird von Verbraucherschützern und der EU-Kommission seit langem gefordert. Die zentrale Stellung der vier Regional-Monopolisten E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW gilt als ein Grund für den nicht funktionieren Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt und die hohen Energiepreise. Umstritten ist allerdings, ob die Netze verkauft oder in eine staatliche Gesellschaft überführt werden sollen. Die Bundesregierung hat sich auf EU-Ebene bislang einer Zwangstrennung von Netz und Produktion widersetzt.
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