E.ON: 6,4 Milliarden Gewinn in den ersten neun Monaten
Bernotat räumte ein, dass es Versäumnisse beim Dialog der Energiebranche mit den Verbrauchern gegeben habe. E.ON wie auch die übrigen Versorger stehen seit Wochen wegen der hohen Strom- und Gaspreise massiv in der Kritik. "Ich habe Verständnis dafür, dass steigende Preise unseren Kunden Sorgen bereiten", sagte Bernotat. Aber es gebe zu wenig Verständnis für das Funktionieren der Energiemärkte. Wo Marktkräfte wirkten, würde manipulatives Handeln der Unternehmen vermutet "und der wirtschaftliche Erfolg macht uns zusätzlich verdächtig", sagte er. Aber es sei zu einfach und populär "uns der Abzocke zu bezichtigen".
Nach weiteren Angaben des Unternehmens erhöhte sich der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro, in Deutschland war es ein Plus von 9 Prozent. Hier hätten höhere Strompreise die Marge um 280 Millionen Euro verbessert, ergänzte Finanzvorstand Erhard Schipporeit. Beim Umsatz verzeichnete E.ON einen Zuwachs von 18 Prozent auf 39,9 Milliarden Euro.
Auf dem Weg zu weiterem profitablem Wachstum schloss Bernotat erneut auch grössere Akquisitionen nicht aus, wenn sie den strengen Investitionskriterien des Unternehmens entsprechen. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten sei das Gasgeschäft. "Wir wollen die Beschaffungswege für Gas erweitern", sagte er. Dabei will E.ON den Gasbezug auf eine breitere Basis stellen und damit die Versorgungssicherheit auf lange Sicht stärken. Auch der Gasanteil aus eigener Produktion soll von derzeit 5 auf 15 bis 20 Prozent erhöht werden.
An der Börse gehörte die E.ON-Aktie am Donnerstag zu den am stärksten gefragten Titel. Das Papier notierte am Nachmittag bei 76,62 Euro und lag damit gut 2 Prozent im Plus.
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