Entlassener EnBW-Reaktorchef hatte Sicherheitsfragen massiv kritisiert

dpa | 29.11.2004
Bild: Stromleitungen


Weitere Informationen

gesamtes Archiv
RSS-Feed abonnieren



Stuttgart (dpa/lsw) - Der im Atomkraftwerk Neckarwestheim entlassene Reaktorchef soll nach einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" (Montag) zuvor massive Kritik an der Sicherheit der Kernkraftwerke geübt haben. Das belegten interne Dokumente. Bisher habe das Stuttgarter Umweltministerium stets behauptet, Sicherheitsfragen hätten keine Rolle gespielt.

- Anzeige -
Der Atomexperte war Ende Juni überraschend als Chef des zweiten Reaktorblocks in Neckarwestheim abgelöst worden. Die Energie Baden- Württemberg (EnBW) soll dies der Zeitung zufolge mit "verbalen Ausfällen" und "querulatorischem" Verhalten begründet haben. Das Stuttgarter Umweltministerium habe mehrfach erklärt, es gebe keine Hinweise auf Differenzen über Sicherheitsfragen - dies sei nicht der Grund der Ablösung gewesen.

Tatsächlich habe der Atommanager massive Kritik an der Sicherheit der EnBW-Kernkraftwerke geübt, so die Zeitung. Dies hätten Teilnehmer einer Besprechung mit EnBW-Chef Utz Claassen ausgesagt, bei der es zum Eklat gekommen sein soll. Die geheimen Protokolle der Befragung durch das Umweltministerium liegen der Zeitung vor.

In seinem Vortrag vor Claassen und anderen Managern habe der damalige Reaktorchef demnach beklagt, man habe nichts aus den schweren Sicherheitsverstössen 2001 im Kernkraftwerk Philippsburg gelernt. Dies würden neue Pannen zeigen, bei denen radioaktives Wasser ausgetreten war.

Zugleich habe der Mann Zweifel an dem auf Druck der Atomaufsicht eingeführten Sicherheitsmanagement geäussert: Die "Papierarbeit" binde Personal, das man woanders dringender benötige. Es handele sich um "Alibi- und Beruhigungsinstrumentarien", die die Situation "eher schlechter als besser" machten. In der Kraftwerksbelegschaft, so der geschasste Manager weiter, greife "der Götz-von-Berlichingen-Standpunkt in einem bedenklichen Mass um sich". Die Reaktion der Zuhörer laut Protokoll: "Blankes Entsetzen".

Gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" habe das Umweltministerium eingeräumt, dass der Reaktorchef "Sicherheitsfragen kritisch angesprochen hat". Dies sei aber nicht der Grund der Kündigung. Auch die EnBW habe auf bisher genannte Gründe verwiesen.



Weitere Nachrichten vom 29.11.2004

Kostenlose Beratung
0800 80 80 890
Mo-Fr 8-20 Uhr
Sa 9-16 Uhr

Häufig gestellte Fragen
Skype Video-Beratung
Verivox ist ausgezeichnet
Benachrichtigungsservice
Aktuelle Tarifangebote für
Sie zusammengestellt.
Wechseln über Verivox
Herr Müller zeigt, wie's geht. Herr Müller
  • Schnell und einfach sparen
  • Über 12 Jahre Erfahrung
  • Über 4 Millionen Kunden
mehr Vorteile
Services
Geschäftspartner
MeinVerivox
  • Newsletter mit Spartipps
  • Aktionen & neue Tarife
  • Aufträge verfolgen