Energiewirtschaft setzt zunehmend auf Unbundling

Verivox | 11.05.2004
Bild: Stromleitungen


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Dritte Marktumfrage von Booz Allen Hamilton: Unbundling entwickelt sich über den gesetzlichen Zwang hinaus zum Managementmodell / Vorteile durch Förderung der Transparenz / Synergieverluste und Kostensteigerungen von 3-4 Prozent als Herausforderung für die Branche / Kooperationen und Partnerschaften gewinnen an Bedeutung

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Mit dem Ziel europaweit einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, hatte die EU zwei Richtlinien zum Unbundling erlassen. Die Mitgliedsstaaten selbst fordern aktive Regulierungsbehörden: In Österreich gibt es bereits eine, in Deutschland soll sie zum 1. Juli 2004 tätig werden. Obwohl der gesetzliche Zwang ein wichtiger Treiber des Unbundlings ist, zeigt die aktuelle Marktumfrage von Booz Allen Hamilton, dass nur 35% der befragten Unternehmen in Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg Unbundlingmassnahmen aus gesetzlichen Zwängen umsetzen. Eine deutliche Mehrheit von 57% beugt sich zwar den Richtlinien, sieht Unbundling aber auch als Chance, ein neues und besseres Managementmodell einzuführen. Ausschliesslich als Managementmodell wird Unbundling sogar von 8% der befragten Unternehmen bewertet. Als wesentliche Vorteile werden dabei die Erhöhung der internen Transparenz (61%), die Steigerung der Effizienz (46%), die stärkere Marktorientierung (45%) und die verbesserten Kooperationsmöglichkeiten (43%) hervorgehoben. Trotzdem sehen die befragten Führungskräfte Synergieverluste als grösste Herausforderung des Unbundlings. Hatten bei der von Booz Allen Hamilton im Winter 2002 durchgeführten Marktumfrage nur 15% diese Befürchtung geäussert, so sind es aktuell bereits 68%. Weiterhin werden der Aufwand der Ausgründung (65%), komplexere Schnittstellen (53%) und höhere Anforderungen an das Rechnungswesen und das Controlling (51%) als Nachteile genannt.

Unbundling schreitet weiter rasant voran
Der Anteil der Unternehmen, die mindestens eine Wertschöpfungsstufe entflochten haben, hat erheblich zugenommen: Hatten 2002 nur 56% der Stromunternehmen und 41% der Gasunternehmen mindestens eine Wertschöpfungsstufe ausgegliedert, so hat sich dieser Anteil binnen eines Jahres auf 77% für Strom und auf 62% für Gas erhöht. Die Bereiche Erzeugung und Import sowie Energiehandel sind die grossen Treiber dieser Entwicklung, obwohl kein direkter rechtlicher Zwang zur Entflechtung dieser Wertschöpfungsstufen besteht. Auch eine grosse Zahl der Unternehmen mit weniger als 100.000 Kunden (diese unterliegen ebenfalls nicht den strengen rechtlichen Zwängen) sowie Schweizer Energieunternehmen haben Massnahmen zur Entflechtung vorgenommen - aus ausschliesslich wirtschaftlichen Gründen.

Kooperationen und Partnerschaften
Um die Synergieverluste zu mindern und die Unterschreitung der kritischen Grösse zu verhindern, streben immer mehr Unternehmen Kooperationen an. Sie suchen geeignete Partner, die mit zusätzlichem Geschäft, Know-how, geeigneten IT-Systemen und Kapital eine Verbesserung der Marktposition ermöglichen. Dies ist vor allem bei Stromerzeugung, Energiehandel, Vertrieb und Abrechnung, hingegen seltener im natürlichen Monopol der Netzbereiche der Fall. In den Querschnittsfunktionen zeigt sich ebenfalls ein zunehmender Trend zu Partnerschaften. Beispielsweise bei der Informationstechnologie, den 57% der Unternehmen bereits ausgegründet haben. Neben der IT sind aber auch die anderen Querschnittsfunktionen (zum Beispiel Einkauf und Materialwirtschaft, Personalverwaltung, Finanzen und Controlling) jeweils bei gut einem Drittel der Unternehmen entflochten. Dr. Karlheinz Bozem, der für das Utility-Geschäft in Deutschland zuständige Partner: "Durch das Unbundling wird die Anzahl der Kooperationen über alle Ebenen hinweg deutlich ansteigen. Dies wird die Industrie in ihrer gesamten Struktur revolutionieren."

Steigende Kosten und Personalbedarf durch Unbundling
Bedingt durch das Unbundling rechnen nahezu alle befragten Unternehmen mit höheren Kosten und einem gesteigerten Personalbedarf: Im Durchschnitt wird von 3,6% höheren Kosten und 3,1% mehr Personal durch Unbundling ausgegangen. "Die Mehrkosten sind auf den regulato



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