Energiewirtschaft: Keine nationale Gasreserve
Berlin - Die Energiewirtschaft will im Sommer ein neues Konzept für die Zukunft der Energie in Deutschland vorstellen. Bisher gebe es kein konsistentes Konzept, wie etwa die Ausgestaltung der Energie in 20 Jahren aussehen solle, kritisierte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard Müller, am Dienstag bei einer Energiewirtschaftstagung in Berlin. Über konkrete Inhalte wollte Müller noch nichts sagen.
Das Papier werde aber auch Vorschläge zur Selbstverpflichtungen der Industrie enthalten, sagte Müller. Die Unternehmen seien sich bewusst, dass sie sich den politischen Forderungen stellen müssten, sagte die Verbandschefin etwa mit Blick auf die neuen CO2-Emissionsregeln für Kohlekraftwerke. Müller forderte eine "ehrlichere" Diskussion über einen Energiemix.
Dem Ruf nach einer nationalen Gasreserve ähnlich wie beim Öl erteilte Müller eine Absage. Eine zusätzliche strategische Reserve würde das Erdgas weiter verteuern und die Verbraucher unnötig belasten. Zugleich würden Investitionsanreize für die Wirtschaft sinken. Private Lösungen sollten ihrer Meinung nach Vorrang haben. Die 46 bestehenden und 15 geplanten Gasspeicher in Deutschland gewährleisteten die Versorgung so wie auch Gaslieferungen aus vielen verschiedenen Ländern. "Wir wollen so diversifiziert wie möglich arbeiten", sagte Müller. Nationale Gesetze seien nicht nötig.
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