Energiesymposium des ZEW und GEE: Verzichten Verbraucher auf bessere Energieangebote?
Mannheim - Im vergangenen Jahr wechselten nur 4,8% der privaten Haushalte ihren Stromanbieter (4,2% in 2007), so schreibt die Bundesnetzagentur in ihrem kürzlich veröffentlichten Monitoringbericht. Das hat Konsequenzen für die Energiemärkte: So haben auf der Anbieterseite die Grundversorger weniger Marktdruck, ihre Angebot verbessern zu müssen. Andere Anbieter wiederum sehen erst gar keine Chance für ihre Produkte, weil ihre Angebote bei den Verbrauchern nicht ankommen – obwohl diese für die Energieverbraucher möglicherweise besser oder billiger sind.
„Der Energiemarkt ist sehr ruhig, obwohl ihm etwas Bewegung ganz gut tun würde“, meint Tim Mennel, Energieexperte im Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).
Gemeinsam mit der Gesellschaft für Energiewissenschaft und Energiepolitik (GEE) bietet das ZEW deshalb am Donnerstag, 19. November 2009, ein Energiesymposium an zum Thema "Liberalisierung der Endkundenmärkte für Strom und Gas: Der richtige Weg zum Wettbewerb?". Dieses soll Entscheider und Experten aus der deutschen Energiewirtschaft nach Mannheim locken.
Zentrales Thema ist, wie die deutschen Strom- und Gasmärkte für Endkunden gestaltet werden können, ob die Liberaliserung dieser Märkte wirklich sinnvoll war oder ob sie zurückgenommen werden sollte. „Mit ähnlichen Fragen befassen wir uns am ZEW seit vielen Jahren“, sagt Dr. Andreas Löschel, der den ZEW-Forschungsbereich Umwelt- und Ressourcenökonomik leitet: „Wir freuen uns, unsere Expertise auch an Praktiker weitergeben zu können, und erwarten interessante Diskussionen.“
Beim GEE/ZEW-Energiesymposium werden unter anderem Vertreter aus Wissenschaft, Unternehmen und Behörden ihre Erfahrungen mit den liberalisierten Endkundenmärkten für Elektrizität und Gas austauschen. Die Referenten des Energiesymposiums kommen beispielsweise von Verivox, der Bundesnetzagentur und der MVV Energie, aber auch aus dem Ausland.
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