Energiesparen als Pflicht: Klimapaket steht - zumindest ein Großteil
Ein Teil des Klimaschutzkatalogs ist jedoch wegen Streitigkeiten verschoben worden. Die Umstellung der Kfz-Steuer vom Hubraum auf den Abgasausstoß soll erst 2010 kommen. Die von Tiefensee geforderte Möglichkeit zur Kürzung der Heizkosten um 12 Prozent, wenn Vermieter nicht die Standards zum Energiesparen erfüllen, sind weiter nur eine Forderung. Im Herbst soll darüber entschieden werden. Das Dienstwagenprivileg bei der Besteuerung gilt noch immer, steuerliche Ausnahmen für energieintensive Betriebe ebenfalls. Einige Pläne wie Energiestandards für Produkte und die Kennzeichnung des Verbrauchs von Autos werden auf EU-Ebene geregelt.
Die Grünen sprechen von "Klimaschutz light". Ihre Fraktionsvize Bärbel Höhn wirft der Regierung Scheitern vor. "Von den ursprünglich rund 30 geplanten Klimaschutzmaßnahmen ist der überwiegende Teil entweder verschoben, verwässert oder ganz weggefallen", kritisiert sie. Die Umweltschützer von Greenpeace sehen die Klimaschutzziele schon jetzt als verfehlt an. 30 statt 40 Prozent weniger CO2 halten sie für realistisch. Kritik kommt auch von der Autoindustrie und den Spediteuren, die eine höhere Lkw-Maut ablehnen. Der Mieterbund will mehr Energiesparpflichten für die alten Häuser.
Gabriel lässt die Kritik nicht gelten. "Ich bin absolut zufrieden mit dem, was wir geschafft haben", sagt er. "Wenn schon Greenpeace sagt, wir schaffen 30 Prozent, können wir nicht ganz schlecht sein." Und so geht der Blick nach vorn. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht von einem "sehr wichtigen Fortschritt für den Klimaschutz" und sieht auch eine gute Grundlage für weitere Einsparpotenziale. Die Gespräche über ausstehende Klimaschutzvorhaben laufen innerhalb der Bundesregierung bereits. Glos, der bisher die geplante Möglichkeit der Heizkostenkürzung blockiert hat und bei der Kfz-Steuer Einbußen für ältere Autos ablehnt, warnt vor übereilten Entscheidungen: "Hüte Dich nicht vor dem Langsamgehen, hüte Dich vor dem Stehenbleiben."
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